Rettungsschiff "Humanity 2" festgesetzt

Rettungsschiff "Humanity 2" festgesetzt
Die Hilfsorganisation SOS Humanity meldet die Festsetzung ihres neuen Rettungsschiffs schon nach dem ersten Einsatz im Mittelmeer. Die "Humanity 2" hatte am Wochenende Dutzende Menschen aus Seenot gerettet.

Berlin (epd). Unmittelbar nach seinem ersten Einsatz im Mittelmeer ist das neue Seenotrettungsschiff „Humanity 2“ festgesetzt worden. Wie die Betreiberorganisation SOS Humanity am Mittwoch in Berlin mitteilte, ordneten die italienischen Behörden die vorläufige Festsetzung bei der Ankunft im Hafen von Lampedusa an, wohin die Crew die aus Seenot geretteten Menschen gebracht hatte.

Die Blockade sei „ein politisch motivierter Schachzug, um Such- und Rettungsmaßnahmen zu behindern“, erklärte die Hilfsorganisation. „Jede Stunde, in der dieses Schiff aufgrund unrechtmäßiger Vorwürfe festgehalten wird, ist eine Stunde, in der es nicht im Einsatz ist - und genau das ist das Ziel dieser Blockade.“ Die „Humanity 2“, eine umgebaute ehemalige Segeljacht, hatte am Wochenende bei ihrem ersten Rettungseinsatz 71 Menschen von seeuntüchtigen Booten geholt und an Bord genommen.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die Festsetzung werde mit dem Vorwurf begründet, die „Humanity 2“ habe die Rettung nicht unverzüglich der zuständigen Seenotrettungsstelle gemeldet, erklärte SOS Humanity. Diese Vorwürfe seien empörend, die Crew habe die Behörden informiert, sobald sie sich vergewissert gehabt habe, dass den Überlebenden Erste Hilfe geleistet worden sei und sich keine Menschen mehr im Wasser befunden hätten.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen. Eine staatlich organisierte Seenotrettung gibt es nicht. Lediglich private Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen. Italien hat die Regeln für Rettungsschiffe in den vergangenen Jahren verschärft, Schiffe werden immer wieder unter dem Vorwurf von Verstößen festgesetzt.