Frankfurt a.M., Kinshasa (epd). Die Ebola-Epidemie im Kongo hat inzwischen mehr als 3.000 Menschen das Leben gekostet. Damit starben laut den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des kongolesischen Gesundheitsministeriums fast die Hälfte der Erkrankten, bei denen eine Infektion mit dem gefährlichen Virus nachgewiesen wurde. Bis Wochenbeginn wurden knapp 6.200 Fälle registriert.
Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Mittlerweile sind Fälle aus sechs Provinzen der Demokratischen Republik Kongo bekannt, am stärksten betroffen bleibt die Provinz Ituri mit mehr als 80 Prozent der bestätigten Infektionen. Weitere Fälle bleiben nach Einschätzungen von Experten jedoch noch immer unerkannt und die Erkrankten werden nicht isoliert und entsprechend behandelt. Damit kann das Virus weiter übertragen, Kranke können schwerer gerettet werden.
Tödlichster Ausbruch für den Kongo
Die Region leidet unter schwacher Gesundheitsinfrastruktur, schlechten Verkehrswegen und großer Armut. Erschwert wird die Eindämmung des Ausbruchs auch durch die seit Jahrzehnten anhaltende Gewalt im Ostkongo, wo zahlreiche Gruppen und Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe kämpfen.
Für den Kongo ist es ist die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 - und die jetzt schon tödlichste. Der aktuelle Ausbruch ist vom Bundibugyo-Virus verursacht, gegen den es weder zugelassenen Medikamente noch einen gezielten Impfstoff gibt. Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.



