Berlin (epd). Die mehr als 120 Jahre alte Orgel im Berliner Dom muss für rund 400.000 Euro saniert werden. Durch die starken Besucherströme und die Bauarbeiten in der Hohenzollerngruft des Denkmals habe sich im Instrument sehr viel Staub abgesetzt, teilte die evangelische Domkirchengemeinde am Mittwoch mit. Viele der 7.269 Pfeifen könnten nicht mehr frei zum Klingen gebracht werden. Das Innere der Sauer-Orgel und jede einzelne Pfeife müssten deshalb dringend sorgfältig gereinigt werden.
Außerdem sei das Leder der Ventile altersbedingt brüchig und undicht geworden, hieß es. Dadurch entstünden störende Dauertöne, sogenannte „Heuler“. Insgesamt 7.500 Lederbälgchen müssten deshalb von Hand neu hergestellt werden, um wieder alle Register störungsfrei spielen zu können. Die umfangreichen Reinigungs- und Reparaturarbeiten werden den Angaben zufolge etwa drei Monate dauern.
Zusätzliche Mittel nötig
Die Kosten für die aufwendige Sanierung könnten nicht allein aus eigenen Mitteln finanziert werden, hieß es. Da die Arbeiten keinen weiteren Aufschub duldeten, fänden derzeit Gespräche mit potenziellen Sponsoren und Stiftungen statt. Es zeichne sich jedoch ab, dass auch weitere Unterstützung durch Spenden benötigt werde.
Die große Sauer-Orgel im Berliner Dom wurde den Angaben zufolge zeitgleich mit dem Bauwerk entworfen und realisiert. Sie gehöre damit zur ursprünglichen, originalen künstlerischen Ausstattung der Kirche, hieß es. Zur Einweihung 1905 habe das von Hoforgelbaumeister Wilhelm Sauer aus Frankfurt an der Oder realisierte Instrument als größte Orgel in Deutschland gegolten.



