Wetterdienst: Nur der Sommer 2003 war heißer

Wetterdienst: Nur der Sommer 2003 war heißer
Heiß, trocken und niedrige Pegelstände in den Flüssen: Der Deutsche Wetterdienst legt für diesen Sommer Rekordwerte vor.

Offenbach a.M. (epd). Einer der wärmsten Sommer seit 1881 mit neuen Hitzerekorden, Trockenheit und viel Sonne geht mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes am Dienstag zu Ende. Der fehlende Regen habe sich in historisch niedrigen Flusspegeln sowie teils großflächigen Wald- und Vegetationsbränden gezeigt, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag in Offenbach am Main mit. Lokale Unwetter und Tornados hätten zum verbreiteten Niederschlagsmangel allerdings „scharfe Kontraste“ gesetzt. Dies zeigten die vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse der rund 2.000 Messstationen des DWD.

Mit einem voraussichtlichen Temperaturmittel von 19,6 Grad werde der Sommer 2026 nur vom Sommer 2003 mit seinem Mittel von 19,7 Grad übertroffen.

„Beispiellos“ war 2026 nach Angaben des DWD die Zahl der Hitzetage: „Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt.“ Den vorläufigen bundesweiten Höchstwert und neuen Deutschlandrekord meldete demnach Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am 27. Juni mit 41,8 Grad. Die Nacht vom 27. zum 28. Juni war ebenfalls extrem: Im sächsischen Kubschütz sank die Temperatur nicht unter 29,4 Grad - „das höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum“.

Deutlich weniger Regen

Mit rund 171 Liter Regen auf den Quadratmeter erreichte der Sommer knapp 72 Prozent seines Klimasolls von 239 Litern pro Quadratmeter, das entspricht nahezu dem Niederschlag in der Vergleichsperiode 1991-2020 (241 Liter). „Prägend für die großräumige Sommerbilanz waren demnach ausgetrocknete Böden, teils rekordniedrige Wasserstände an vielen Flüssen sowie zahlreiche Wald- und Vegetationsbrände“, teilte der DWD mit.

Mit rund 779 Stunden Sonnenschein dürfte der vergangene Sommer zu den fünf sonnigsten seit 1951 zählen, vermutet der DWD. Damit würde das Klimasoll der Periode 1961-1990 (614 Stunden) um etwa 27 Prozent übertroffen, die Vergleichsperiode 1991-2020 (654 Stunden) um rund 19 Prozent.