Berlin (epd). In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen ist am Sonntag mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen erinnert worden. Anlass sei die Verlegung des Lagers von Werneuchen in die Baracken des ehemaligen Konzentrationslagers vor 81 Jahren gewesen, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mit. Der Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen werde von den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für die Opfer des Speziallagers begangen.
An der Gedenkveranstaltung nahmen den Angaben zufolge rund 90 Menschen teil, darunter auch ehemalige Inhaftierte des Speziallagers und Angehörige. Stiftungsdirektor Axel Drecoll erklärte, dass viele der 60.000 Inhaftierten durch die sowjetischen Besatzer eingesperrt wurden, „weil sie ihren politischen Zielsetzungen vermeintlich oder tatsächlich im Weg standen“. Viele seien jedoch auch NS-Belastete oder NS-Täter gewesen. Drecoll zufolge ist es notwendig, „das Leid der Opfer mit Empathie anzuerkennen und die individuelle Perspektive sehr ernst zu nehmen und gleichzeitig Fragen von Haftgründen und Vorbelastungen differenziert zu beantworten“.
12.000 Inhaftierte starben
Nach Stiftungsangaben errichtete die sowjetische Besatzungsmacht zehn Speziallager, die sowohl Instrumente der Entnazifizierung als auch der stalinistischen Herrschaftssicherung waren. In Weesow und Sachsenhausen waren bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 demnach rund 60.000 Menschen inhaftiert. 12.000 Inhaftierte seien an Hunger und Krankheiten gestorben.



