Bischof Wilmer blickt mit "großer Bitterkeit" auf Antisemitismus

Bischof Wilmer blickt mit "großer Bitterkeit" auf Antisemitismus
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirchen sehen erstarkenden Antisemitismus und Antifeminismus als Hindernisse für Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die westfälische Präses Ruck-Schröder betont die Bedeutung von Bildung und Religion.

Münster (epd). Der Münsteraner Bischof Heiner Wilmer hat den erstarkenden Antisemitismus verurteilt. Mit „großer Bitterkeit“ nehme er nicht nur als Bischof, sondern auch als Mensch und Demokrat den zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft zur Kenntnis, sagte der katholische Theologe am Samstag im Gespräch mit der westfälischen Präses Adelheid Ruck-Schröder und der nordrhein-westfälischen Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) auf dem NRW-Tag in Münster. Das sei ein Angriff auf die Würde des Menschen, ein Angriff auf die Demokratie, betonte Wilmer. „Das ist Sünde, das geht nicht“.

Dass es in der Gesellschaft Streit um die besten politischen Ideen gebe, sei normal, sagte Schäffer. Wenn Parteien aber gegen Minderheiten hetzten und die Menschenwürde verletzt werde, gebe es keine gemeinsame Basis für Diskussionen, betonte die Ministerin. Sie nehme auch einen erstarkenden Antifeminismus wahr und dass die Rechte queerer Menschen zunehmend infrage gestellt würden. Das spalte die Gesellschaft und gefährde den Zusammenhalt.

Westfälische Präses betont Bedeutung von Bildung und Religion

Die Präses der Evangelische Kirche von Westfalen, Ruck-Schröder, verwies auf die Bedeutung von Bildung und Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schon in den Schulen müssten unterschiedlichen Lebensperspektiven gesehen werden. Kinder sollten nicht mit einer Schere im Kopf groß werden. Wichtig seien auch der Glaube und die darin verwurzelten Standpunkte. Die evangelische Theologin rief dazu auf, sich einzubringen: „Zusammenhalt hat auch mit dem Bild zu tun, was unsere Verantwortung in der Gesellschaft ist.“ Verbundenheit sei auch zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche wichtig. „Wir müssen zusammenhalten als Christen. Ökumene ist eine heilige Pflicht“, ergänzte Wilmer.

Die Diskussion war Teil des NRW-Tags zum 80. Landesgeburtstag des bevölkerungsreichsten Bundeslands. Auf dem Programm unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet“ stehen dort bis Sonntag neben Diskussionen auch Musik, Mitmachaktionen sowie verschiedene Themenmeilen.