Lima, Caracas (epd). Knapp acht Monate nach der Entführung des venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro mitsamt seiner Ehefrau Cilia Flores in die USA vermelden die beiden Länder den Abschluss eines weitreichenden Erdöl-Abkommens. Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez erklärte am Freitagabend (Ortszeit) auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, die USA würden über 100 Millionen US-Dollar in die Erschließung 17 neuer Ölfelder stecken, unter anderem mit der Beteiligung privater Unternehmen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Internetplattform „Truth Social“, mit der Einigung hätten sich die USA die Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Erdöl gesichert.
Trump erklärte außerdem, das Abkommen habe für die US-amerikanischen Steuerzahlenden keine Kosten, sondern sichere die Versorgung mit Gas und Öl weiter. Venezuelas Präsidentin Rodríguez bedankte sich bei Trump und US-Außenminister Marco Rubio für das Abkommen. Es würde dafür sorgen, „dass wir unsere Ölreserven für die nationale Entwicklung einsetzen können“, schreibt Rodríguez.
Rodríguez öffnet Venezuela für US-Konzerne
Venezuela besitzt die weltweit größten Erdölreserven und ließ diese bislang hauptsächlich durch den staatlichen Ölkonzern PDSVA ausbeuten. Anfang des Jahres hatten die USA den autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro bei einem militärischen Angriff verschleppt und abgesetzt. Er steht mittlerweile in New York wegen 'Drogenterrorismus' vor Gericht. Seitdem regiert die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Unter Leitung der USA verhandelt die Regierung Venezuelas derzeit mit Teilen der Opposition über Schritte der Demokratisierung des Landes. Wirtschaftlich hat Rodríguez das Land gegenüber US-amerikanischen Konzernen geöffnet.



