Neubauer enthüllt NS-Familiengeschichte und warnt vor Faschismus

Neubauer enthüllt NS-Familiengeschichte und warnt vor Faschismus
Der Urgroßvater von Luisa Neubauer soll Mitglied der als besonders verbrecherisch geltenden Waffen-SS gewesen sein. Die Aktivistin ruft dazu auf, aus der Vergangenheit zu lernen.

Berlin (epd). Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat bislang unbekannte Hintergründe über ihre Familiengeschichte in der NS-Zeit öffentlich gemacht und zugleich vor neuem Faschismus gewarnt. Über die NS-Suchmaschine der „Zeit“ habe belegt werden können, dass ihr Urgroßvater Alwin bei der Waffen-SS war, erklärte Neubauer am Freitagabend in einem Instagram-Video. Bislang sei nur bekannt gewesen, dass er SS-Mitglied war. Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wolle Neubauer laut eigener Aussage auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, gerade jetzt aus der Vergangenheit zu lernen.

„Jetzt ist keine Zeit für Gleichgültigkeit“, sagte die Aktivistin und Publizistin in dem Video. Neubauer warnte vor der Zerstörungskraft des neuen Faschismus. Sie appellierte an die Nutzerinnen und Nutzer, nicht stumm zuzusehen, „wenn Rechtsextreme historische Wahlsiege vorbereiten“. Es solle nicht angenommen werden, „dass es doch nicht so schlimm wird“, sagte sie. Es gelte, die Demokratie zu verteidigen. „Die Geschichte wiederholt sich nicht einfach“, sagte Neubauer.

Mehr als 200 Treffer in der Suchmaschine

Über ihren Urgroßvater gibt es nach ihren Angaben mehr als 200 Treffer in der Suchmaschine. Mindestens dreimal sei er für seinen „tatkräftigen Einsatz“ mit Ehrungen ausgezeichnet worden. Im Gegensatz dazu habe sich ihr anderer Urgroßvater, Joachim, gegen die Nazis gestellt. Er sei im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig ermordet worden.

In Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September führt die AfD deutlich. Der dortige Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.