Salzgitter, München (epd). Mehr als 40 Jahre nach dem schweren Atomunfall in Tschernobyl schwindet die Radioaktivität aus Wildpilzen in Deutschland nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) weiter. Es sei inzwischen wieder unbedenklich, selbst gesammelte Pilze in üblichen Mengen zu essen, teilte die Behörde am Freitag in Salzgitter mit. Insbesondere in einigen Regionen in Süddeutschland könnten Wildpilze aber nach wie vor auffällige Gehalte an radioaktivem Cäsium-137 aufweisen.
„Aus Sicht des Strahlenschutzes spricht nichts dagegen, selbst gesammelte Pilze zu essen“, sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini. Die Strahlendosis sei bei einem maßvollen Verzehr gering, auch wenn vereinzelt stärker mit radioaktivem Cäsium belastete Pilze dabei sein sollten. Ob man sich dieser geringen, aber vermeidbaren Strahlendosis aussetzen wolle, müsse jeder individuell entscheiden. Der Pilzbericht des BfS biete hier eine Entscheidungshilfe.
Semmelstoppelpilze sind höher belastet
Für den Pilzbericht untersucht das Bundesamt jährlich wild wachsende Speisepilze von ausgewählten Standorten in Bayern auf ihren Gehalt an Cäsium-137. Abhängig von der Pilzart und der Cäsium-Kontamination des Bodens am Sammelstandort unterschieden sich die Messergebnisse teilweise stark, hieß es: „Manche Pilzarten enthalten grundsätzlich wenig Cäsium-137, andere nehmen besonders viel von dem radioaktiven Stoff auf, was bei stärker belasteten Böden zu hohen Messwerten führt.“



