Protestaktion: Pflegebett rollt von Magdeburg nach Berlin

Protestaktion: Pflegebett rollt von Magdeburg nach Berlin
Beschäftigte aus der Pflege wollen ein Krankenbett 204 Kilometer von Magdeburg nach Berlin zum Bundestag schieben. Der Protest soll klarmachen: An der Pflege darf nicht gespart werden.

Berlin (epd). Die Gewerkschaft ver.di hat eine mehrtägige Protestaktion für Nachbesserungen bei der Pflegereform gestartet. Beschäftigte aus Pflegeeinrichtungen schieben seit Sonntagmittag ein Pflegebett vom Uniklinikum Magdeburg bis zum Reichstagsgebäude in Berlin. Dort sollen die Forderungen am 7. September an Bundestagsabgeordnete übergeben werden.

Die 204 Kilometer lange Strecke werde laut ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler zurückgelegt, „um den politisch Verantwortlichen klarzumachen, was auf dem Spiel steht“. Die Gewerkschaft fordert, den Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz grundlegend zu überarbeiten. Die Aktion richte sich außerdem gegen eine Kürzung von Zuschüssen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen.

ver.di: Kürzungen „nicht mutig, sondern armselig“

Bühler erklärte, Kürzungen bei „einer der schwächsten Gruppe unserer Gesellschaft und denen, die sie pflegen und versorgen, sind nicht mutig, sondern armselig“. Ihr zufolge sollten „Beiträge auf alle Einkommensarten erhoben werden, auch zum Beispiel auf hohe Mieteinnahmen und Aktiengewinne“. Zudem solle die Pflegeversicherung zu einer Vollversicherung weiterentwickelt werden, die alle pflegebedingten Kosten abdeckt. Einer der Initiatoren, der Altenpfleger und Betriebsrat Johannes Hermann, kritisierte die geplante Aussetzung der Tariflohnpflicht und eine unzureichende Refinanzierung von Tariferhöhungen.

Die Tour führt von Magdeburg über Burg und Genthin durch Sachsen-Anhalt, dann von Brandenburg an der Havel über Werder und Potsdam durch Brandenburg nach Berlin. Auf Zwischenstopps und am Ziel seien Kundgebungen und Aktionen geplant, hieß es.