Studie: Die Alpen bewegen sich

Studie: Die Alpen bewegen sich

Jena (epd). Die Alpen werden einer Studie zufolge bis heute durch tektonische Kräfte verformt. Dabei spielten tiefe Prozesse im Erdinneren offenbar eine geringere Rolle als bislang angenommen, teilte die Friedrich-Schiller-Universität Jena am Mittwoch unter Berufung auf die Studie mit. Eine wichtige Rolle spielten dagegen Eigenschaften der Erdkruste und Ausgleichsbewegungen nach dem Abschmelzen der Gletscher seit der letzten Eiszeit.

An der Studie war den Angaben zufolge ein Forschungsteam aus Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Slowenien unter der Führung von Jenaer Wissenschaftlern beteiligt. Dabei seien mehrere Dutzend Studien zur Entwicklung der Ost- und Südalpen ausgewertet worden, darunter auch über historische und prähistorische Erdbeben.

Alpenraum bewegt sich im Osten und im Süden

Besonders starke tektonische Aktivität stellten die Forschenden am Rand der Südalpen und im Westen Sloweniens fest. Dort seien Scherbewegungen von bis zu 1,5 Millimetern pro Jahr gemessen worden, hieß es. Auch im Inneren der Ostalpen seien große Störungssysteme aktiv. Teile der Erdkruste würden dort mit bis zu einem Millimeter jährlich nach Osten verschoben. Die Studie könne helfen, eine mögliche Gefährdung durch Erdbeben in den Alpen besser zu verstehen.