Kommunale Wasserversorger in Hitzesommern verstärkt unter Druck

Kommunale Wasserversorger in Hitzesommern verstärkt unter Druck
Planschbecken auffüllen, Rasen sprengen, öfter mal kalt abduschen. In Hitzesommern zapfen Menschen mehr Wasser an Wasserhahn und Dusche. Das bringt kommunale Wasserversorger teils erheblich unter Druck.

Berlin (epd). Der heiße und trockene Sommer hat die Wasserversorgung in Deutschland zeitweise stark unter Druck gesetzt. Nach einer Umfrage unter 147 kommunalen Wasserversorgern berichteten 53 Prozent der Unternehmen von einer angespannten Versorgungssituation, wie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Weitere 16 berichteten von Engpässen in der Versorgung.

Im Zeitraum vom 13. bis 18. August hatte der Verband 448 Wasserversorger online befragt. Mit 147 Rückmeldungen lag die Beteiligungsquote bei 33 Prozent. Zuerst hatten die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch) berichtet.

Spitzen beim Verbrauch gemeldet

Fast die Hälfte der antwortenden Unternehmen meldete Spitzenverbräuche, die mindestens 20 Prozent über den üblichen Tageswerten lagen. Vereinzelt wurde sogar das anderthalb so viel wie normal verbraucht. Als Hauptgründe nannten die Versorger zusätzliche saisonale Nutzungen, etwa die Bewässerung von Gärten oder das Befüllen von Pools, sowie den insgesamt höheren privaten Wasserverbrauch bei Hitze. Fünf Prozent der befragten Unternehmen erlebten allerdings keine nennenswerte Abweichung vom üblichen Niveau.

Verbands-Vizepräsident Karsten Specht sagte, dass die öffentliche Wasserversorgung funktioniere. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Handlungsbedarf spürbar wachse. Sowohl Wasserressourcen als auch die technische Infrastruktur gerieten bei lang anhaltender Dürre und steigenden Nachfragespitzen häufiger an ihre Belastungsgrenzen.

Rufe nach Investitionen

Die Unternehmen sehen auch die Politik in der Verantwortung und mahnten Investitionen an. Besonders häufig nannten die Befragten eine konsequentere Durchsetzung des Vorrangs der öffentlichen Wasserversorgung bei Nutzungskonflikten (80 Prozent), mehr Fördermittel für die Anpassung an den Klimawandel (68 Prozent) und die Stärkung resilienter Infrastrukturen (56 Prozent).