Berlin (epd). Deutschland hat erneut Menschen nach Afghanistan abgeschoben. An Bord des Flugzeugs, das am Morgen vom Flughafen Leipzig/Halle Richtung Kabul abhob, seien 23 Männer gewesen, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag mit. Es handele sich ausnahmslos um Afghanen, die in Deutschland strafrechtlich in Erscheinung getreten seien.
Die Afghanen seien aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz abgeschoben worden, erklärte der Sprecher. In dieser Legislaturperiode seien damit insgesamt 228 männliche afghanische Staatsangehörige aus Deutschland nach Afghanistan zurückgeführt worden.
„Technische Kontakte“ zu den Taliban
Die Bundesregierung erkennt die seit fünf Jahren in Afghanistan herrschende Taliban-Regierung nicht an, unterhält aber „technische Kontakte“, um in das Land abschieben zu können. Die Bundesregierung hatte die Abschiebungen nach Afghanistan zuletzt ausgeweitet. Anders als zuvor werden nicht mehr nur verurteilte Straftäter zwangsweise in ihr Herkunftsland zurückgebracht.



