Nairobi, New York (epd). Die USA schlagen eine Ausweitung des Waffenembargos gegen den Sudan vor. Statt bisher nur die Region Darfur, solle das gesamte Land mit einem Bann auf Waffeneinfuhren belegt werden, forderte der Afrikabeauftragte der US-Regierung Massad Boulos bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates am Montag (Ortszeit). Ganz spezifisch solle das Embargo auch Drohentechnik beinhalten. Das aktuelle Embargo für die Region Darfur gilt seit mehr als 20 Jahren und muss Mitte September erneuert werden.
Boulos warnte davor, dass externe finanzielle und militärische Unterstützung den Konflikt schüre und die Gefahr bestehe, dass Nachbarstaaten noch stärker in den Krieg hineingezogen würden. Er forderte den Sicherheitsrat nachdrücklich auf, das Sanktionsregime gegen den Sudan zu verschärfen.
Ein Machtkampf zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz ist im April 2023 zu einem Krieg eskaliert, der eine der schlimmsten Hunger- und Vertreibungskrisen weltweit zur Folge hat. Beide Parteien setzen immer mehr Drohnen ein.
UN-Hilfen stark unterfinanziert
Der sudanesische UN-Botschafter Al-Harith Idriss Al-Harith Mohamed sprach sich entschieden gegen den US-Vorschlag aus. Eine Ausweitung des Waffenembargos komme faktisch einer Gleichsetzung der RSF-Miliz mit der Armee gleich. Auch die Vetomächte China und Russland sprachen sich gegen den Vorstoß aus.
Den Vereinten Nationen zufolge hat sich der Krieg jüngst verschärft. Laut der stellvertretenden UN-Generalsekretärin für Friedensförderung, Rosemary DiCarlo, liegt die Zahl der Getöteten vermutlich in den Hunderttausenden und 13 Millionen Menschen mussten wegen der Gewalt fliehen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat nicht genug zu essen. Al-Harith warnte, dass der humanitäre Hilfsplan mit einer Finanzierungsquote von bisher nur 38,9 Prozent stark unterfinanziert sei, wodurch Millionen sudanesischer Zivilisten ohne Hilfe blieben.



