Nairobi (epd). Rund 20 Jahre nach dem Start ist das von der Gates-Stiftung mit ins Leben gerufene Landwirtschaftsprogramm Agra für den afrikanischen Kontinent laut einer Studie weitgehend gescheitert. In einem am Montag veröffentlichten Report zieht die zivilgesellschaftliche Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika eine kritische Bilanz. Die Ziele der sogenannten grünen Revolution für Afrika werden demnach nicht erreicht. Die versprochene nachhaltigere und produktivere Nutzung des Landes sei ausgeblieben, hieß es.
Die Agra-Initiative („Alliance for a Green Revolution in Africa“) war 2006 gegründet worden, mit dem Ziel, den Hunger in den Projektländern zu halbieren. Neben der Stiftung des Microsoft-Milliardärs Bill Gates war auch die Rockefeller-Stiftung daran beteiligt. Gemeinsam mit afrikanischen Regierungen, Geberländern und multinationalen Konzernen werden seitdem Bauern mit subventioniertem Saatgut und Düngemitteln ausgestattet.
Abhängig von kommerziellem Saatgut
Laut der Studie standen von Agra unterstützte Länder im Kampf gegen den Hunger nicht besser da als andere. So sei die Zahl der unterernährten Menschen in den Fokusländern im Zeitraum von 2006 bis 2024 um 58 Prozent gestiegen, von 94,6 auf 149,6 Millionen. Dies sei fast der gleiche Anstieg wie in ganz Subsahara-Afrika. Die Fachleute kritisieren zudem, dass traditionelle Kulturpflanzen wie Hirse, die für die Ernährung, die lokale Esskultur und die Widerstandsfähigkeit unter trockenen Bedingungen wichtig waren, reduziert worden seien.
Zu den Partnerländern von Agra zählen unter anderem Mali, Nigeria, Kenia und Sambia. Auf eine Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) reagierte die Initiative zunächst nicht. Für den Bericht wurden Datensätze von Institutionen sowie wissenschaftliche Studien ausgewertet. Die Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika ist nach eigenen Angaben das größte zivilgesellschaftliche Netzwerk im Bereich der Ernährungssicherung und Agrarökologie. Die Mitglieder verteilen sich auf 50 afrikanische Länder.



