Elitenmonitor: Zu wenig Ostdeutsche in Spitzenpositionen

Elitenmonitor: Zu wenig Ostdeutsche in Spitzenpositionen
Seit 2022 erfasst ein Forscherteam mit einem Monitoring die Elitenstruktur in Deutschland. Nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz gibt es für Ostdeutsche nach wie vor Aufstiegshemmnisse.

Leipzig (epd). Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen weiterhin unterrepräsentiert, jedoch steigt ihr Anteil. Wie aus den am Montag in Leipzig veröffentlichten Ergebnissen des Elitenmonitors hervorgeht, gibt es zudem enorme Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Bereichen. So etwa sei der Anstieg insbesondere in der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft ausgeprägt.

In den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Sicherheit und Zivilgesellschaft gebe es dagegen sogar leichte Rückgänge. In Politik, Militär, Medien, Religion, Gewerkschaften und Justiz seien nur minimale Anstiege oder keine Veränderung zu verzeichnen. Insgesamt sei der Anteil Ostdeutscher in den Eliten zwischen 2018 und 2024 von 10,9 auf 12,1 Prozent leicht gestiegen.

Ostbeauftragte plädiert für Vielfalt der Eliten

Seit Jahrzehnten seien Ostdeutsche in Spitzenpositionen - gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil - unterrepräsentiert, hieß es. Mit dem Projekt „Elitenmonitor“ werden seit 2022 Daten systematisch erfasst und analysiert. Beteiligt sind Forscherinnen und Forscher der Universitäten Leipzig und Jena sowie der Hochschule Zittau-Görlitz.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser (SPD), erklärte: „Überall dort, wo die Weichen in unserem Land gestellt werden, brauchen wir Menschen mit vielfältigen Hintergründen.“ Nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz gibt es aber nach wie vor „formelle und informelle Aufstiegshemmnisse“ für Ostdeutsche.

Als ostdeutsch gilt beim Elitenmonitor, wer vor oder nach der Wiedervereinigung im Gebiet der ehemaligen DDR inklusive Ost-Berlin geboren ist und dort mindestens bis zum 14. Lebensjahr gelebt hat.