Hürtgenwald (epd). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei seinem Besuch im Waldbrandgebiet Hürtgenwald auf den Zusammenhang mit dem Klimawandel hingewiesen. „Der bedauerliche Befund ist, wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel“, sagte er im Ortsteil Gey der nordrhein-westfälischen Gemeinde nach einer Fahrt durch den inzwischen gelöschten Wald. „Wir werden alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, aber wir müssen auch mit dem Klimawandel leben“, sagte Merz, ohne darauf einzugehen, was die Bundesregierung konkret plant.
Zunehmende Waldbrandgefahr infolge des Klimawandels sowie Maßnahmen zur Anpassung an Hitze, Trockenheit und weitere Folgen der Erderwärmung stehen nach Angaben der Bundesregierung auch bei der bevorstehenden Kabinettsklausur auf der Tagesordnung. Die Klausur von Merz und den Ministerinnen und Ministern findet am Dienstag und Mittwoch in Schloss Neuhardenberg in Brandenburg statt.
Die Kritik, dass er vorher in das Waldbrandgebiet hätte reisen müssen, wies Merz zurück. Er habe unter Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort entschieden, mit seinem Besuch zu warten, bis der Brand gelöscht sei. Es war sein erster offizieller Termin nach seinem Sommerurlaub. Seine Rede wurde von Buhrufen und Pfiffen begleitet.
Waldbrände durch Klimawandel immer wahrscheinlicher
Nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Landesregierung war das Feuer in Hürtgenwald auf 300 Hektar der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes. Nach dem Brand gab der Kreis Düren am Freitag Entwarnung. Zudem zerstörte ein Brand im Hohen Venn in Belgien am vergangenen Wochenende eine Fläche von mehr als 3.000 Hektar. Die Flammen kamen bis anderthalb Kilometer an die deutsche Grenze heran.
Wissenschaftlichen Analysen zufolge begünstigt der Klimawandel maßgeblich das Auftreten von Waldbränden in weiten Teilen Europas. Durch die Erderwärmung habe sich das Auftreten von Wetterbedingungen, die Brände mit anfachen, beispielsweise in Frankreich verdoppelt, während in Spanien die Wahrscheinlichkeit für „extremes Feuerwetter“ sogar mindestens 20-mal so hoch ist, heißt es in einer Studie der Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ (WWA).



