Bischof Feige: AfD-Wahlprogramm "konträr" zu Soziallehre

Bischof Feige: AfD-Wahlprogramm "konträr" zu Soziallehre
In zwei Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Aus der Kirche kommen eindringliche Warnungen vor einem möglichen Wahlsieg der AfD.

Magdeburg, Ingolstadt (epd). Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige vor einem Wahlsieg der AfD gewarnt. Die im Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei gebe sich dort zwar „als christlicher als die Kirchen“, sagte er der Mediengruppe Bayern mit Sitz in Ingolstadt (Samstag). Ihr Programm stehe jedoch „konträr zu den Prinzipien der katholischen Soziallehre“. All dies sei nicht vereinbar mit dem christlichen Glauben und christlichen Werten.

Er erlebe in Sachsen-Anhalt eine Angst, „dass die Verhältnisse kippen könnten“, sagte Feige. Doch auch unter katholischen und evangelischen Christen gebe es Leute, die mit der AfD sympathisieren. Diese gäben sich jedoch meist nicht zu erkennen. Dies ähnele dem Verhalten zu DDR-Zeiten und sei eine gefährliche Entwicklung.

Verheerende Folgen

AfD-Wähler seien argumentativ kaum noch zu erreichen, sagte Feige: „Wer AfD wählen will und dieser Meinung ist, lässt sich meist nicht mehr überzeugen.“ Erreichbar seien möglicherweise diejenigen, die noch schwanken. Viele seien auch an einem Dialog nicht interessiert. „Es ist eine allgemeine Stimmung, die sich Luft machen will“, sagte der Bischof: „Dagegen kommt man schwer an.“

Die Auswirkungen eines AfD-Wahlsiegs bezeichnete der Theologe als verheerend. Deren Pläne für Kirchen, Bildung, Kultur und Sozialwesen seien beängstigend, betonte er. Auch wirtschaftliche Folgen würden nicht ausbleiben. Vorwürfe, die Kirche mische sich zu sehr in die Politik ein, wies Feige zurück. Christlicher Glaube sei darauf ausgerichtet, die Gesellschaft mitzugestalten, sagte er.