"Bauhaus-Manifest" gegen Demokratiefeindlichkeit

"Bauhaus-Manifest" gegen Demokratiefeindlichkeit
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind Kulturinstitutionen in Sorge. Ein Wahlsieg der AfD könnte für sie weitreichende negative Folgen haben. Ein "Bauhaus-Manifest" ruft nun zur Verteidigung gegen antidemokratische Angriffe auf.

Berlin (epd). Ein Bündnis aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur und Kirchen will mit einem „Bauhaus-Manifest“ ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität setzen. 100 Jahre nach der Eröffnung des historischen Bauhaus-Standortes Dessau in Sachsen-Anhalt müsse das Bauhaus gegen populistische und demokratiefeindliche Angriffe verteidigt werden, heißt es in dem am Donnerstag in Berlin verbreiteten Manifest.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, in dem die AfD eine absolute Mehrheit erreichen könnte. Das Bauhaus gehört zu den Feindbildern der im Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei.

„Weltweit prägende kulturelle Ikone“

Erstunterzeichnende des Manifests sind unter anderem der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Manos Tsangaris, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos), die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Andrea Gebhard, und die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. Aus den Kirchen gehören der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige und der leitende Geistliche der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Karsten Wolkenhauer, dazu.

Die Initiative zu dem Manifest habe Weimer ergriffen, hieß es. Es verstehe sich als kultur- und gesellschaftspolitisches Bekenntnis zu den Prinzipien, die das Bauhaus „bis heute zu einer weltweit prägenden kulturellen Ikone machen“. Dazu gehöre die Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen, die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft leisten kann.