Dakar, Bamako (epd). Russische Söldner des Afrikakorps haben in Mali laut „Human Rights Watch“ (HRW) vergangenen Monat neun Zivilisten getötet. Darunter seien vier Kinder gewesen, teilte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit. Zudem seien mindestens acht Häuser geplündert und in Brand gesetzt worden.
Der Angriff ereignete sich laut HRW am 10. Juli im Dorf Bombori in der zentralmalischen Region Mopti. Mehr als 100 Kämpfer des von Russland kontrollierten Afrikakorps seien gemeinsam mit malischen Armeesoldaten in den von der islamistischen Gruppe JNIM kontrollierten Ort eingedrungen. Sie hätten vor allem die von der Volksgruppe der Fulani bewohnte Gegend durchsucht, mindestens 80 Männer und Jungen zusammengetrieben und nach Verbindungen zu Islamisten befragt.
Beim Fluchtversuch erschossen
Sechs Menschen seien bei einem Fluchtversuch erschossen worden. Drei weitere Männer hätten die Söldner hingerichtet, hieß es. Bombori wird seit 2017 von JNIM kontrolliert, die der Terrorgruppe Al-Kaida nahestehen. Allerdings hätten die Kämpfer das Dorf nach Angaben von Augenzeugen am Vorabend des Angriffs verlassen.
Der HRW-Bericht stützt sich auf Interviews mit 13 Menschen, darunter vier Augenzeugen sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und Gemeindevorsteher. In Mali kämpft die Regierung seit Jahren gegen islamistische Gruppen. Seit zwei aufeinanderfolgenden Putschen 2020 und 2021 sind den dem Sahelstaat Militärs an der Macht. Die Junta brach ihre Beziehungen mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich ab und verstärkte die Zusammenarbeit mit Russland.
Tote bei Luftangriff
Das Afrikakorps folgte in Mali auf die ebenfalls russische Söldnergruppe Wagner. Bereits Ende Juli hatte die Menschenrechtsorganisation dem Afrikakorps vorgeworfen, bei einem Luftangriff in Mali mehrere Zivilisten getötet zu haben.



