Historisches Grabmal von Kaiser Otto dem Großen saniert

Historisches Grabmal von Kaiser Otto dem Großen saniert
Wegen seiner sehr dünnen Wände drohte der Steinsarkophag von Kaiser Otto I. unter der Last seiner Marmordeckplatte einzustürzen. Daher wurde Anfang 2025 eine aufwendige Sanierung des historischen Grabmals begonnen.

Magdeburg (epd). Die Sanierung des historischen Grabmals von Kaiser Otto I. (912-973) im Magdeburger Dom steht vor dem Abschluss. Damit sei die Grundbedingung für die Wiederbeisetzung seiner sterblichen Übereste am 1. September laut der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, der Hausherrin des Gotteshauses, erfüllt. „Allen an der Rettung des kaiserlichen Grabes Beteiligten gebührt mein herzlicher Dank“, sagte Kulturminister Rainer Robra (CDU) am Mittwoch in Magdeburg.

Schäden aufgrund des Gewichtes der Marmordeckplatte an den teilweise nur zehn Millimeter dünnen Wänden des Kalksteinsarkophags seien so groß gewesen, dass vor zwei Jahren eine dringende Sanierung beschlossen wurde. Damit eröffnete sich zudem die Möglichkeit, die Gebeine des Kaisers, seinen mittelalterlichen Holzsarg und alle Grabinhalte wissenschaftlich zu untersuchen.

Wichtigste Erkenntnis von forensischen und DNA-Untersuchungen war, dass im Sarg wirklich Kaiser Otto bestattet war, sagte Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller. Auch nach der Wiederbeisetzung werden die wissenschaftlichen Forschungen fortgesetzt. So seien die Textilreste im Grab „viel besser erhalten als bei Königin Editha“, der ersten Gemahlin Ottos, die 2010 im Dom wieder beigesetzt wurde.

Menschliche Würde endet nicht mit dem Tod

Alle Arbeiten am Grab und den sterblichen Überresten des Kaisers seien in enger Abstimmung mit der Kirche unter Wahrung christlicher Glaubensvorstellungen und pietätvoll erfolgt, sagte der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt, Albrecht Steinhäuser. Er verwies darauf, dass „die menschliche Würde im Tod nicht endet“.