Halle (epd). Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wollen zwei Bündnisse in Halle (Saale) mit unterschiedlichen Aktionen zur Wahlteilnahme aufrufen. Eines der Bündnisse werde das längste Freundschaftsband der Stadt weben, sagte Alexander Roschke vom Bündnis „Jetztwerk“ bei der Vorstellung der Aktion am Dienstag in Halle. Das Bündnis „Halle steht auf“ plane ein Open-Air-Programm mit Gesprächen und Musik. Ziel sei es, einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie zu leisten und Menschen zum Wählen zu ermutigen. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt.
Aus 450 Metern Industriekletterseilen solle am 5. September bei „Webt mit uns“ ein zehn Meter langes und 30 Zentimeter breites Band entstehen. Schon Kinder drückten mit Freundschaftsbändern Wertschätzung gegenüber anderen aus, erklärte Roschke. Mit der Aktion solle der Öffentlichkeit Wertschätzung geschenkt werden. Zwischen vier Laternen werde ein großer Webrahmen auf dem Riebeckplatz in Halle aufgebaut und in Längsrichtung mehrere der Seile gespannt.
„Gigantisches Programm“
Zum Weben würden fünf Personen benötigt: Zwei heben oder senken die gespannten Seile, zwei ziehen das Seil dazwischen durch und eine Person schiebt die schon gewebten Fäden mit einem sogenannten Rechen zusammen. Das fertige Band solle nach der Veranstaltung auch bei kommenden Aktionen verlängert werden können. Kinder könnten parallel auf kleinen Webrahmen selbst mit Wollfäden Freundschaftsbänder herstellen.
Das Bündnis „Halle steht auf“ plane am 3. September ein „gigantisches Programm mit sehr vielen Künstlerinnen und Künstlern“, erklärte Ilka Bickmann vom Bündnis. Neben sechs Gesprächsrunden gebe es auf dem Marktplatz unter anderem Auftritte von Sänger Peter Maffay und Schauspieler Dieter Hallervorden. Insgesamt soll sechs Stunden lang unter anderem über Gesellschaft, Bildung und Kultur gesprochen werden. Die auftretenden Künstlerinnen und Künstler verlangten für ihren Auftritt keine Gage.
„Respekt, Zusammenhalt und demokratische Werte“
„Bei der Freundschaftsbandaktion auf dem Riebeckplatz werden wir viele unterschiedliche Fäden, Farben und damit auch Geschichten miteinander verflechten“, erklärte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis, Ute Niethammer, zur Aktion des Bündnisses „Jetztwerk“.
„Uns liegt viel daran, diese Region so offen, tolerant und lebenswert zu erhalten“, sagte Niethammer mit Blick auf die Veranstaltung am 3. September. Deshalb engagiere sich der Kirchenkreis Halle-Saalkreis bei der Open-Air-Aktion des Bündnisses. „Gerade jetzt vor der Landtagswahl stehen wir mit ein für Respekt, Zusammenhalt und demokratische Werte.“
Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Im Bündnis „Jetztwerk“ vereinen sich demnach 150 regionale und überregionale Initiativen, Vereine sowie Einzelpersonen. Mit der gemeinsamen Arbeit solle gesellschaftlicher Zusammenhalt und Begegnung rund um das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und europäische Transformation in Halle gestärkt werden.
Hinter dem Bündnis „Halle steht auf“ steht laut eigenen Angaben ein Bündnis der Stadtgesellschaft. Ziel sei es ein sichtbares Zeichen für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Werte des Grundgesetzes zu setzen.



