Berlin (epd). Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer angeprangert. „Kriegsparteien, die Helfende angreifen, treten das Völkerrecht mit Füßen“, erklärte der Leiter des evangelischen Hilfswerks, Martin Keßler, am Dienstag in Berlin. Keßler äußerte sich mit Blick auf den Welttag der humanitären Hilfe an diesem Mittwoch. Jedes Jahr würdigen die Vereinten Nationen am 19. August die Arbeit von Helferinnen und Helfern - und erinnern an die Gefahren ihres Einsatzes.
„In den vergangenen zwei Jahren verloren unsere Partnerorganisationen in Gaza fünf Mitarbeitende“, sagte Keßler. Im Sudan wiederum sei bis heute nicht genau bekannt, wie viele Freiwillige der Hilfsinitiative „Emergency Response Rooms“ bei der Einnahme von Al-Faschir ums Leben gekommen seien. Die Stadt in der Darfur-Region war im Oktober nach monatelanger Belagerung von der RSF-Miliz erobert worden.
350 Helferinnen und Helfer getötet
Weltweit haben die Angriffe auf Helferinnen und Helfer in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Laut der „Aid Worker Security Database“ wurden 2025 mindestens 350 Helferinnen und Helfer getötet. Nur 2024 lag diese Zahl bisher höher. Damals kamen laut der international anerkannten Datenbank 387 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen ums Leben.
Die Hilfsorganisation Help kritisierte anlässlich des Welttags die Mittelkürzungen für die humanitäre Hilfe. Generalsekretär Thorsten Klose-Zuber warnte vor einem „Systemschock“. Während 240 Millionen Menschen dringend Unterstützung benötigten, zwängen die „massiven Mittelkürzungen“ der vergangenen Jahre zur „humanitären Triage“, sagte Klose-Zuber.



