Düsseldorf (epd). Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert mehr Tempo bei der Wiederherstellung entwässerter Moore, Wälder und Auen. Angesichts der Großbrände in der Nordeifel und im Hohen Venn auf der belgischen Seite werde deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Landschaften im Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind, erklärte der Landesvorsitzende Holger Sticht am Montag in Düsseldorf. Bundes- und landesweite Förderprogramme zur Renaturierung von Mooren, Sumpfwäldern und Auen müssten besser ausgestattet und langfristig gesichert werden. Renaturierung müsse vorrangig umgesetzt werden, forderte Sticht.
„In intakten Mooren kann der Torf nicht brennen, in naturnahen Waldökosystemen ist die Brandgefahr geringer als in Aufforstungen“, erläuterte der Umweltschützer. Die Wiedervernässung von Mooren und die Renaturierung von Auen sei für den Brandschutz relevant und stärke zugleich den natürlichen Wasserrückhalt der Landschaft. Dieser Aspekt habe spätestens seit der Hochwasserkatastrophe von 2021 an Bedeutung gewonnen.
Direkte Brandbekämpfung im Hohen Venn schwierig
Der aktuelle Regen habe die Lage bei den Moor- und Waldbränden deutlich entspannt, sagte Waldbrandexperte Ulrich Cimolino vom Deutschen Feuerwehrverband am Montag dem WDR. Für eine nachhaltige Entspannung reiche das aber nicht. Vor allem in den Torfgebieten des Hohen Venns könnten Glutnester noch wochenlang tief im Boden weiter schwelen. Im Hohen Venn sei die Lage insgesamt deutlich schwieriger als im Hürtgenwald auf deutscher Seite.
Am Sonntagabend waren einzelne Straßenzüge in Monschau-Kalterherberg in der Nähe des Hohen Venn sicherheitshalber evakuiert worden. In Belgien zerstörten die Flammen bereits eine Fläche von mehr als 3.000 Hektar. Nach dem Feuer im Hürtgenwald weiter östlich in der Nordeifel gab der Kreis Düren Entwarnung. Nach Einschätzung der Landesregierung ist das Feuer im Hürtgenwald auf 300 Hektar Wald der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.



