Düsseldorf (epd). Das Feuer in Hürtgenwald in der Eifel ist eingedämmt. „Die Löscharbeiten laufen noch, doch die Lage entspannt sich weiter“, teilte der Kreis Düren am Sonntag mit. Bereits am Samstagabend konnten die Anwohnerinnen und Anwohner aus der am Freitag evakuierten Ortschaft Gey zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Rund zwei Drittel der Betroffenen seien bis Sonntagmorgen wieder nach Hause zurückgekehrt.
Nun gehe es vor allem darum, die Glutnester einzudämmen, offene Flammen gebe es nicht mehr, erklärte der Kreis Düren weiter. Am Samstag hatte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) das zentrale Lagezentrum besucht, mit Rettungs- und Einsatzkräften gesprochen und ihnen für ihre Arbeit gedankt. „Wir erleben in Hürtgenwald den größten Waldbrand in der Geschichte unseres Landes“, erklärte er. „Hitze, Trockenheit und Waldbrände führen uns auf tragische Weise vor Augen, dass die Folgen des Klimawandels real sind und Mensch und Natur bedrohen.“
Bis zu 1.800 Einsatzkräfte beteiligt
Der Aachener katholische Bischof Helmut Dieser lobte die Rolle der freiwilligen Helfer. Wir können die gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren und alle Hilfsorganisationen und des Ehrenamts nicht hoch genug einschätzen", sagte er laut Bistum Aachen, als er sich zusammen mit Wüst und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubauer (Grüne) ein Bild der Lage machte.
Der Brand war am Donnerstagabend in der Eifelgemeinde ausgebrochen und hatte sich am Freitag auf etwa 300 Hektar ausgebreitet, eine Fläche fast so groß wie der Central Park in New York. 1.800 Menschen mussten evakuiert werden. Es ist der größte jemals dokumentierte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen.
Forstwirtschaftler fordert bessere Früherkennung
Im ganzen Jahr 2025 war in Nordrhein-Westfalen laut Waldbrandstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine Gesamtfläche von rund 52 Hektar von Bränden betroffen. Deutschlandweit gab es im vergangenen Jahr Waldbrände auf einer Fläche von rund 2.626 Hektar. Vor allem Sachsen und Brandenburg zählen zu den Waldbrandregionen des vergangenen Jahres. In Sachsen brannten knapp 1.900 Hektar Waldfläche.
Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Christian Haase, forderte eine bessere Früherkennung von Waldbränden. „Wir brauchen gut ausgebildetes Personal, moderne Frühwarnsysteme und eine Infrastruktur, die eine schnelle Brandbekämpfung überhaupt ermöglicht. Dazu gehören befahrbare Forstwege ebenso wie Löschwasserentnahmestellen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Haase rief dazu auf, den Wald „zunehmend auch als kritische Infrastruktur unseres Landes“ zu begreifen.
Langfristig hilft laut Haase nur ein „Waldumbau“. Man brauche etwa strukturreiche, mehrschichtige Mischwälder mit einem höheren Laubholzanteil. Die Forstwirtschaft arbeite seit Jahrzehnten am Waldumbau. „Das Problem ist, dass uns die Geschwindigkeit des Klimawandels bei diesem Generationenprojekt zunehmend unter Druck setzt“, sagte der CDU-Politiker.
Brand im Hohen Venn an der deutschen Grenze
Derweil war am Freitag ein Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn an der Grenze zu Deutschland ausgebrochen, dort brennt auch das Torfmoor. Am Sonntag meldete die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite, dass die Feuerfront bis auf etwa 1,5 Kilometer an die deutsche Grenze herangekommen sei. Die belgischen Behörden hätten die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden belgischen Ortschaft Küchelscheid angeordnet.
Am Mittag gingen die Behörden davon aus, dass der Brand nicht auf deutsches Territorium übergreifen wird. Wegen der Gesundheitsgefahr durch die Rauchbelastung wurden Bürger mehrerer Ortsteile aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.



