Waldbrand in der Eifel: Appelle an Bevölkerung und Warnhinweise

Waldbrand in der Eifel: Appelle an Bevölkerung und Warnhinweise
In Hürtgenwald in der Eifel brennt eine Waldfläche von rund 300 Hektar. Der Ortsteil Gey musste evakuiert werden, die Behörden geben Tipps und die Politik appelliert an die Bevölkerung. Hunderte Einsatzkräfte sind vor Ort.
14.08.2026
epd
Von Marc Patzwald (epd)

Hürtgenwald, Düren (epd). Der Waldbrand in Hürtgenwald in der Eifel hat sich am Freitag auf eine Fläche von rund 300 Hektar ausgebreitet. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) appellierte an die Bevölkerung, sich von den dem Brand fernzuhalten, um die Löscharbeiten nicht zu behindern. „Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich gegen die Flammen“, erklärte Reul am Freitag in Düsseldorf.

Das Feuer war am Donnerstagabend ausgebrochen, zunächst war nur eine Fläche von 25 Hektar betroffen. Am Freitagmorgen wurde der Ortsteil Gey evakuiert. Rund 1.800 Anwohnerinnen und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Straßensperrungen und Lösch-Helikopter

Ein Waldbrand auf einer Fläche von 300 Hektar ist außerordentlich groß. Im ganzen Jahr 2025 war laut Waldbrandstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen eine Gesamtfläche von rund 52 Hektar von Bränden betroffen. Deutschlandweit gab es Waldbrände auf einer Fläche von rund 2.626 Hektar.

Neben Polizei und Feuerwehr sind den Angaben zufolge die Bundeswehr sowie Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser im Einsatz. Mehr als 200 Einsatzkräfte sind laut Kreis Düren vor Ort, weitere zur Unterstützung angefordert. Hubschrauber löschen von oben, Wasserwerfer sind im Einsatz und Autobahnausfahrten gesperrt, um Rettungsfahrten zu ermöglichen.

Hilfeformular für Betroffene veröffentlicht

Derweil veröffentlichte der Kreis Düren Tipps für die Bevölkerung, um mit Bränden und Rauchentwicklung umzugehen: Türen und Fenster schließen sowie kein Sport im Freien. Besonders Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Atemwegs- oder Herzkrankheiten sollten vorsichtig sein. Das Leitungswasser sei sicher, Regenwasser aus Tonnen und Zisternen sollte dagegen nicht genutzt werden. Auch veröffentlichte der Kreis ein Spontanhilfeformular, in dem Menschen Hilfsgesuche und -angebote eintragen können.

Der rheinische Präses Thorsten Latzel schrieb auf Instagram, er sei in Gedanken und im Gebet bei den Menschen, die ihre Häuser hätten verlassen müssen. Umweltverbände sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten vor Szenarien mit Bränden in ganz Europa, Hitzetoten und Wasserknappheit gewarnt. „Die Klimapolitik muss konsequent neu ausgerichtet werden - sie ist kein 'nice to have' je nach Haushaltslage oder parteipolitischer Sicht“, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche.

Warnung vor steigender Waldbrandgefahr

Angesichts der bestehenden Wetterlage warnte der Meteorologe Özden Terli vor einer weiter steigenden Waldbrandgefahr. Die Grundbedingungen mit anhaltender Hitze, Sonneneinstrahlung und Wind seien derzeit „extrem günstig für Waldbrände - nicht nur in Deutschland, sondern europaweit“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Was wir jetzt erleben, sind die Versäumnisse beim Klimaschutz der vergangenen Jahrzehnte.“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte dementsprechend eine dauerhafte finanzielle Unterstützung der Kommunen durch Bund und Länder. „Vorausschauende Investitionen sind nachhaltiger und kostengünstiger als erst dann zu handeln, wenn der Wald schon brennt“, sagte Präsident Ralph Spiegler der „Rheinischen Post“. „Diese Brände gehen mit nur schwer kontrollierbaren Gefahren für Feuerwehrleute und Bevölkerung sowie für die Vegetation einher.“