Potsdam (epd). Klimaforscher haben zu mehr Anstrengungen auf dem Weg zur Klimaneutralität von Städten aufgerufen. Wichtig sei, dort Emissionen frühzeitig und umfassend zu verringern, sodass sogenannte Restemissionen ausschließlich in schwer vermeidbaren Bereichen verbleiben, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung unter Berufung auf eine am Freitag veröffentlichte Studie mit. Besonders in den Bereichen Energie und Verkehr seien Emissionen vergleichsweise gut vermeidbar.
Derzeit planten europäische Städte zwar, ein Fünftel ihrer Emissionen durch CO2-Entnahme aus der Luft auszugleichen, hieß es. Die Umsetzung sei jedoch oft unklar.
Die 103 untersuchten Städte, darunter 22 Hauptstädte, setzten vor allem auf Vegetation und andere landbasierte Methoden, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. Dabei bleibe offen, wie das CO2 nachhaltig gespeichert werden kann und inwiefern Flächen dafür im städtischen Raum tatsächlich verfügbar sind.
Transparente Bilanz
In Städten werde auch Platz für Wohnungen, Gesundheitsversorgung und Energie benötigt, hieß es weiter. Die Klimaneutralitätspläne berücksichtigten dies bisher nicht ausreichend. Zugleich spielten dauerhafte CO2-Entnahmen nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Nur 32 Prozent der Pläne erwähnten solche Verfahren, darunter Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung und die direkte Entnahme von Kohlendioxid aus der Luft mit anschließender Speicherung.
Entscheidend sei zudem, dass diese CO2-Entnahmen tatsächlich stattfinden und transparent bilanziert werden, hieß es. Sie dürften nicht nur auf dem Papier bestehen.



