Brüssel (epd). Nach dem Andrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta haben TikTok und Meta einen Krisenmechanismus zur Bekämpfung von Desinformation aktiviert. Lokale Faktenchecker sollten darüber schädliche Falschinformationen an die Plattformen melden. Diese könnten daraufhin Maßnahmen ergreifen, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel.
„Wir bleiben wachsam und gehen gemeinsam mit unseren Behörden und den Plattformen gegen kriminelle Netzwerke vor, die falsche Behauptungen verbreiten und damit Menschenleben gefährden“, sagte der Sprecher.
Falschinformationen laut EU für Andrang mitverantwortlich
Ende Juli hatten nach Angaben der spanischen Behörden Zehntausende Menschen versucht, von Marokko aus die spanische Exklave Ceuta zu erreichen. Mindestens 75 Menschen kamen dabei ums Leben. Nach Einschätzung der EU-Kommission trugen Falschinformationen in sozialen Medien zu den Ereignissen bei.
Die Kommission stützt ihre Zusammenarbeit mit TikTok und Meta auf das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) und den sogenannten „Verhaltenskodex gegen Desinformation“. Die Kommission und die Plattformen stünden täglich in Kontakt, erklärte der Sprecher.
Faktenchecker können Falschinformationen über eine mögliche neue Massenüberquerung der Grenze kennzeichnen. In Ceuta befürchten die Behörden einen erneuten Andrang von Migranten am 15. August. Für diesen Tag sollen in sozialen Medien entsprechende Aufrufe kursieren.



