Verein Berliner Unterwelten will historischen NS-Bunker erhalten

Verein Berliner Unterwelten will historischen NS-Bunker erhalten
Die Neue Reichskanzlei der Nationalsozialisten steht längst nicht mehr, ein Teil des Bunkers darunter aber schon. Der Verein Berliner Unterwelten stemmt sich gegen Abrisspläne und schlägt stattdessen ein Dokumentationszentrum vor.

Berlin (epd). Der Verein Berliner Unterwelten hat ein Konzept zum Erhalt des NS-Bunkers unter der Voßstraße in Berlin-Mitte vorgelegt. In dem ehemaligen Schutzraum der Neuen Reichskanzlei solle „eine Informations- und Dokumentationsstätte zum Niedergang des NS-Regimes und zu den letzten Kriegstagen in Berlin eingerichtet werden“, erklärte der Verein am Dienstag in der Hauptstadt. Auf dem Gelände ist der Bau eines Wohn- und Bürogebäudes geplant. Die Bunker-Anlage soll abgerissen werden. Der Verein Berliner Unterwelten fordert, den Bunker zu überbauen und unter dem Gebäude zu erhalten.

Voraussetzung für den Erhalt wäre aus Sicht des Vereins „lediglich eine Anpassung des Bebauungsplans aus dem Jahr 2006“. Der Verein bietet an, die Kosten für den Um- und Ausbau zum Ausstellungsort selbst zu übernehmen. Auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) verwies die Senatsbauverwaltung jedoch auf vertragliche Verpflichtungen des Landes Berlin zur Baufeldfreimachung durch die Eigentümerin und zu einer Bebauung gemäß den bisherigen Plänen.

Sorge um möglichen „Wallfahrtsort“

Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) hatte in der „B.Z.“ erklärt, er wolle dem Wohnungsneubau nicht für einen Bunker im Wege stehen, der womöglich noch zum „Wallfahrtsort“ würde. Diese Sorge teilt der Verein Berliner Unterwelten nicht. Entscheidend seien historische Einordnung und Vermittlung. Die Neue Reichskanzlei in der Voßstraße 13 bis 15 ließ Hitler ab 1938 bauen. Das Gebäude wurde nach Kriegsende abgerissen, darunter sind noch die Reste des Bunkers der Fahrbereitschaft erhalten.