Heidelberg (epd). Ein neues digitales Analysetool macht sichtbar, wo in Städten Fußwege durch Bäume beschattet werden und wo Schatten fehlt. Der sogenannte Baumschatten-Indikator des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology liefere Kommunen kostenlose, straßengenaue Daten, um gezielt Bäume zu pflanzen oder hitzeempfindliche Gruppen wie Schulkinder auf schattige Routen zu führen, teilte das Institut am Dienstag mit.
In manchen Stadtvierteln beschatten Bäume mehr als ein Drittel der Fußgängerwege, in anderen kaum zehn Prozent. Das Tool misst, wo Fußwege unter Baumkronen verlaufen, die mindestens zwei Meter über dem Boden liegen - und zwar mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint und Bäume am wenigsten Schatten werfen. So erhalten Verwaltungen eine Entscheidungsgrundlage, wo Infrastrukturinvestitionen am dringendsten gebraucht werden.
Große Unterschiede zwischen den Städten
Beispiele zeigen die Unterschiede: In Wiesbaden liegen etwa 34 Prozent des Fußwegenetzes im Schatten von Bäumen, in Mainz sind es knapp unter 20 Prozent. In Heidelberg beträgt der Anteil der Baumbedeckung zwar 40 Prozent, doch die beschatteten Wege befinden sich größtenteils außerhalb des Stadtkerns, während viel benutzte Straßen in der City häufig in der prallen Sonne liegen. Der Baumschatten-Indikator ist Teil des sogenannten Climate Action Navigators, der nach Registrierung kostenfrei nutzbar ist.



