Rekordhitze in Westeuropa: Sommer so warm wie nie

Rekordhitze in Westeuropa: Sommer so warm wie nie
Die Sommermonate Juni und Juli waren nach Daten des Klimawandeldienstes Copernicus in Westeuropa so heiß wie nie seit Beginn der Messungen. In Kombination mit ungewöhnlicher Trockenheit begünstigte die Hitze die außerordentlich starken Waldbrände.
10.08.2026
epd
Von Stefan Fuhr (epd)

Bonn (epd). Westeuropa hat den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus am Montag in Bonn mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur für diese beiden Monate bei 21,62 Grad Celsius. Sie übertraf damit den Durchschnitt des Zeitraums von 1991 bis 2020 um 2,79 Grad. Im Juli kam es demnach zur dritten und vierten Hitzewelle seit Mai, was eine außergewöhnliche Serie extremer Hitze in diesem Sommer bedeutete.

Der Klimawandeldienst verzeichnete zudem ungewöhnlich trockene Bedingungen. Die Feuchte in der obersten Bodenschicht in Westeuropa lag demnach im Juli 2026 deutlich unter den Werten vom Juli 2022, dem letzten Sommer mit schwerer Dürre in Westeuropa. In Kombination mit der Hitzewelle begünstigte das die außergewöhnlich starken Waldbrände, etwa in Frankreich und Spanien.

Ost-West-Kontrast in Europa

Die Wasserstände der Flüsse lagen in weiten Teilen der trockenen Regionen deutlich unter dem Durchschnitt und waren in einigen Gebieten außergewöhnlich niedrig, wobei die Seine, der Rhein und die Donau besonders betroffen waren, wie es hieß. Die niedrigen Wasserstände erhöhten in mehreren Ländern den Druck auf die Wasserversorgung, die Ökosysteme, die Binnenschifffahrt und die Energieerzeugung.

Die Durchschnittstemperatur über dem europäischen Festland insgesamt lag im Juli 2026 mit 20,49 Grad Celsius auf dem elften Platz der höchsten jemals für diesen Monat gemessenen Werte. Diese relativ niedrige Platzierung lässt sich nach Angaben der Klimawissenschaftler dadurch erklären, dass die Temperaturen in weiten Teilen Osteuropas unter dem Durchschnitt lagen.

Juli-Rekord bei den Meerestemperaturen

Einen Spitzenwert verzeichnete Copernicus für die Meeresoberflächentemperatur im Juli. Der Durchschnittswert betrug demnach 20,96 Grad Celsius. Er übertraf damit den bisherigen Juli-Rekord von 20,89 Grad aus dem Jahr 2023. Erfasst wurden die Oberflächentemperaturen der Ozeane außerhalb der Polarregion.

Die Entwicklung sei „zum Teil auf die sich entwickelnden El-Niño-Bedingungen im äquatorialen Pazifik zurückzuführen“, hieß es. Diese würden sich in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter verstärken. In Europa gingen die Rekordwerte der Meeresoberflächentemperatur demnach mit weitverbreiteten marinen Hitzewellen einher.

Weltweit war dieser Juli der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, gleichauf mit dem Juli 2024 und hinter dem Rekordwert vom Juli 2023. Die durchschnittliche bodennahe Lufttemperatur lag laut Copernicus um 1,47 Grad über dem geschätzten vorindustriellen Referenzwert (1850-1900). Das Pariser Klimaabkommen setzt das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.