Bielefeld (epd). Im Fall eines möglichen Zivildienstes will das diakonische Unternehmen v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel in Bielefeld entsprechende Stellen schaffen. „Es sind noch viele Fragen offen, aber wir werden sicher wieder Stellen anbieten, um jungen Menschen Zivildienst in Bethel zu ermöglichen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bethels, Bartolt Haase, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das sei eine Verpflichtung. In Bethel hatte es Anfang der 1960er Jahre bundesweit die ersten Zivildienststellen gegeben.
In den Einrichtungen Bethels soll auch mit der Wiedereinführung des Zivildienstes der eigene Freiwilligendienst im Betheljahr aufrechterhalten werden, wie Haase sagte. Der Freiwilligendienst habe einen anderen Charakter als ein verpflichtender Dienst. Auch sollen weiterhin junge Frauen die Möglichkeit haben, einen freiwilligen sozialen Dienst bei Bethel zu leisten. Für den Fall einer Rückkehr zur Wehrpflicht hat die Bundesregierung erste Schritte zu einem möglichen neuen Zivildienst eingeleitet. Wenn die Wehrpflicht zurückkommt, müsste auch wieder ein Ersatzdienst angeboten werden.
Qualifizierte Begleitung im Dienst
Durch die Erfahrungen mit dem Betheljahr und den vorhandenen Strukturen sei Bethel schnell in der Lage, eine qualifizierte Begleitung für Zivildienstleistende anzubieten, sagte Haase. Die Begleitung und Unterstützung sei in einem Freiwilligendienst oder Zivildienst elementar. „Junge Menschen haben oft Fragen, wenn sie zum ersten Mal im intensiveren Kontakt mit behinderten Menschen sind oder mit alten Menschen im Krankenhausbereich oder in der Altenpflege zu tun haben“, berichtete Haase.
Zurzeit sei nicht absehbar, wie die gesetzlichen Regelungen und die Finanzierung sein werden, erklärte Haase. Geklärt werden müsste auch mit dem Blick auf das Betheljahr, wie das Zusammenspiel von Freiwilligendienst und Zivildienst geregelt werden könne. Der aktuelle Bundeswehrsold liege höher als das Taschengeld beim Betheljahr von 786 Euro. Es bestehe die Gefahr, dass ein Ungleichgewicht entstehe, wenn es zwei verschiedene Systeme gebe.
Sinnvolle Ergänzung zu den Fachkräften
Freiwillige soziale Dienste oder ein Zivildienst seien eine sinnvolle Ergänzung zu den Fachkräften, erklärte Haase. Einmal im Monat gebe es zum Beispiel einen besonderen Gottesdienst in Bethel, bei dem die Teilnahme für behinderte Menschen durch Begleitung und Transporte ermöglicht werde. Fachkräfte allein würden das nicht schaffen. „Gleichzeitig sehen wir uns in der Pflicht, eine inhaltliche Begleitung sicherzustellen, dass es für junge Menschen auch einen Mehrwert hat, so ein Jahr zu leisten.“



