Papst Leo XIV.: Junge Menschen sollen sich für Gemeinschaft einsetzen

Papst Leo XIV.: Junge Menschen sollen sich für Gemeinschaft einsetzen
Vor rund 2.500 Jugendlichen in Assisi hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, gegen den "Strom der Spaltung" zu schwimmen. Der Papst beantwortete in dem Wallfahrtsort die Fragen der Jugendlichen über den Weg des Glaubens.

Assisi (epd). Papst Leo XIV. hat junge Menschen dazu aufgerufen, sich in ihren Gesellschaften für Zusammenhalt und Gemeinschaft zu engagieren. „Sich der Kultur der Macht zu entziehen und die Zivilisation der Liebe aufzubauen, wird nicht sofort verstanden und akzeptiert“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag auf dem Platz vor der Basilika Santa Maria degli angeli in Assisi vor rund 2.500 Jugendlichen.

Von Christen werde künftig stärker verlangt, Friedensstifter in Gesellschaften zu sein, „die versucht sind, die Religion zur Konfrontation von Identitäten zu instrumentalisieren“, warnte der Papst. Die biblische Botschaft sei jedoch das Gegenteil von Fundamentalismus: Das Evangelium mache nicht „blind und gewalttätig, sondern feinfühlig, aufmerksam, bescheiden und allen gegenüber offen“.

Frag den Papst: Jugendliche im Gespräch mit Leo

Die jungen Gläubigen waren vor allem aus europäischen Ländern nach Assisi gereist. Anlass ist das Franziskanische Jugendtreffen mit dem Titel „Go“, das derzeit zum 800. Todesjahr Franz von Assisis in dem Wallfahrtsort stattfindet. Franz von Assisi zählt zu den populärsten Heiligen der katholischen Kirche.

Papst Leo war nach Assisi gereist, um einige Fragen der Jugendlichen zu beantworten. Diese thematisierten vor allem die Beziehung junger Menschen zur Kirche. Zeuge Christi zu sein, bleibe faszinierend und anspruchsvoll, sagte der Papst. Es erweitere den Verstand und das Herz über fiktive Grenzen hinaus, sagte Leo, „das heißt, jenseits von Ängsten, die durch Fehlinformationen und Mauern der Vorurteile hervorgerufen werden.“

Im Anschluss an den Austausch mit den Jugendlichen feierte der Papst eine Messe in der Basilika. In seiner Predigt zitierte Leo eine Textpassage seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“: „Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird.“