Düsseldorf, Ahaus (epd). Weniger Polizistinnen und Polizisten sichern die Castor-Transporte vom stillgelegten Versuchsreaktor in Jülich ins Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus ab. Wie aus einer Antwort des nordrhein-westfälischen Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, wurden die ersten beiden Transporte am 24. März und 21. April noch von etwa 2.700 beziehungsweise 2.200 Beamten begleitet. Beim sechsten Transport vom 8. Juli waren es demnach nur rund 400 Ordnungshüter.
Angaben zum personellen Gesamtaufwand für künftige Transporte nach Ahaus machte das Ministerium nicht. Der Kräftebedarf für einen polizeilichen Einsatz ergebe sich aus der Beurteilung der konkreten Lage im Einzelfall und werde durch die einsatzführende Kreispolizeibehörde Münster getroffen. „Hierbei fließen insbesondere Einsatzerfahrungen sowie aktuelle Erkenntnisse ein“, erklärte das Ministerium.
Atomkraftgegner bezeichnen Reduzierung der Kräfte als „skandalös“
Die Antiatomkraftinitiative „Ausgestrahlt“ bezeichnete die Reduzierung der Polizeikräfte für die Transporte auf der rund 170 Kilometer langen Strecke als „skandalös“. Das NRW-Innenministerium setze Anwohnerinnen und Anwohnern damit „enormen Gefahren“ aus, betonte Helge Bauer im Namen der Initiative. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung müsse als zuständige Aufsichtsbehörde „sofort eingreifen“ und die für diese Woche geplanten weiteren Transporte untersagen.
Das Bundesamt hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Transporte erteilt. Grund für den Abtransport aus Jülich ist, dass die Betriebserlaubnis für die dortige Lagerstätte seit Jahren ausgelaufen ist. Insgesamt geht es um 152 Castoren mit insgesamt 300.000 Brennelemente-Kugeln.



