Kirchenbaustiftung: Landesbischof Meister fordert Mut zum Wandel

Kirchenbaustiftung: Landesbischof Meister fordert Mut zum Wandel
Kirchen sind nicht nur religiöse Stätten, sondern auch kulturelles Gedächtnis und identitätsstiftend für Kommunen. Schrumpfende Gemeinden und Gebäudebedarfsplanungen stellen die Kirchenlandschaft in Deutschland aber vor fundamentale Fragen.

Hannover (epd). Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) hat im vergangenen Jahr bundesweit 103 Projekte mit einer Gesamtsumme von 1,14 Millionen Euro gefördert. Das teilte die Stiftung am Dienstag in Hannover mit. Die Zukunft von Kirchen werde vielerorts neu verhandelt, erklärte der Vorstandsvorsitzende und hannoversche Landesbischof Ralf Meister. „Was über Jahrzehnte selbstverständlich schien, steht zur Disposition“, schreibt er im Vorwort des 114-seitigen Jahresberichts 2025 der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründeten Stiftung.

Lange seien Kirchen vor allem nach ihrer Funktion für die kirchliche Praxis beurteilt worden, so Landesbischof Meister weiter: „Heute reicht ihre Bedeutung darüber hinaus. Kirchengebäude sind religiöse Orte, kulturelles Gedächtnis und öffentliche Zeichen zugleich. Sie prägen Landschaften und Ortsbilder, stiften Identität und verweisen auf eine Wirklichkeit, die umfassender ist als unsere Nützlichkeitserwägungen.“

„Kreativ und ideenreich“

Nahezu alle Landeskirchen befinden sich Meister zufolge in Prozessen der Gebäudebedarfsplanung: „Die Frage lautet längst nicht mehr, ob sich die kirchliche Landschaft verändern wird, sondern wie.“ Viele Kirchengemeinden seien verunsichert. „Doch zugleich wird kreativ und ideenreich auf die Herausforderungen reagiert.“

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie den Angaben zufolge Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr seien bislang Förderzusagen von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. 3.400 Mitglieder engagierten sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e. V.“