Leid der Straßenkatzen: Tierschutzbund sieht politisches Versagen

Leid der Straßenkatzen: Tierschutzbund sieht politisches Versagen
Unkastrierte Freigänger führen zu Millionen leidender Straßenkatzen und bringen Tierheime an die Belastungsgrenze. Die Lösung liegt laut Tierschutzbund auf der Hand: Eine bundesweite Kastrationspflicht würde den Teufelskreis stoppen.

Bonn (epd). Der Deutsche Tierschutzbund hat zum Weltkatzentag am 8. August an das Leid der Straßenkatzen in Deutschland erinnert. Dieses habe „ein dramatisches Ausmaß erreicht“, erklärte der Verband am Dienstag in Bonn in seinem „Großen Katzenschutzreport“. Tierschutzvereine seien bundesweit am Limit. Die Bundesregierung wurde erneut aufgefordert, eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einzuführen. Eine Mehrheit der Katzenhalter befürworte eine entsprechende Regelung, so der Tierschutzbund.

Dass weiter diskutiert und weggeschaut werde, statt endlich zu handeln, „ist ein politisches Versagen auf dem Rücken unzähliger Tiere“, beklagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder: „Während die Politik zögert, kämpfen unzählige Katzen ums Überleben - sie hungern, frieren und sind krank, viele sterben schon in den ersten Lebensmonaten. Dieses millionenfache Leid ist vermeidbar und darf nicht länger ignoriert werden.“ Das Leid der Straßenkatzen habe sich zu einem der größten unbemerkten Tierschutzprobleme im Land entwickelt.

Tierheime an Belastungsgrenze

„In Deutschland leben mehrere Millionen Straßenkatzen. Sie alle stammen ursprünglich von nicht kastrierten Freigängerkatzen ab“, so der Tierschutzbund. Eine repräsentative Umfrage unter Katzenbesitzern aus dem neuen Katzenschutzreport zeige, dass jede zehnte gehaltene Katze in Deutschland nicht kastriert ist. Gleichzeitig stoße eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen auf breite Zustimmung. 92 Prozent der Katzenhalter würden ihre Katze kastrieren lassen, wenn dies das Leid von Straßenkatzen reduziert und die Tierheime entlastet.

95 Prozent der Tierschutzvereine gingen davon aus, dass eine solche Regelung einen entlastenden Effekt auf ihre Arbeit haben werde, hieß es weiter: „Tierschutzvereine und Tierheime, die sich um Straßenkatzen kümmern und sie kastrieren lassen, arbeiten seit Langem an ihrer Belastungsgrenze.“