Rheinwasser bei Kaub auf historischem Tiefstand

Rheinwasser bei Kaub auf historischem Tiefstand
Der Wasserstand des Rheins ist weiter gesunken. Die kommerzielle Schifffahrt ist kaum noch möglich.

Mainz, Kaub (epd). Der Wasserstand des Rheins bei Kaub ist aufgrund der Hitze auf einen historischen Tiefstand gesunken. Der Pegel bei Kaub zeigte am Dienstagmorgen nur noch eine Wassertiefe von 24 Zentimetern an, wie das Portal Elwis der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes anzeigt. Das ist ein Zentimeter weniger als der bisherige historische Tiefstand vom Oktober 2018, der auch vergangenen Freitag gemessen wurde. Der Pegelstand in Ufernähe ist nicht gleich der Wassertiefe in der Fahrrinne. Der Mittelwert der Pegelstände zwischen 2010 und 2020 betrug 208 Zentimeter. Der höchste Pegelstand seit Beginn der Messungen wurde im Januar 1883 gemessen mit 825 Zentimetern.

Der ausbleibende Regen hat nach Angaben der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Wirtschaftsbranchen. „Unter einem Pegelstand von 40 Zentimetern bei Kaub ist keine sinnvolle Binnenschifffahrt mehr möglich“, hatte die Organisation dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitgeteilt. Schiffe könnten nur noch mit stark verringerter Frachtmenge auf dem Rhein verkehren, was die Kosten in die Höhe treibe. Für den uneingeschränkten Betrieb von Großmotorschiffen müsste der Wasserstand im Rhein demnach um mehr als einen Meter ansteigen.

Wirtschaftlicher Schaden

Laut IHK drohen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen wie Kohle, Rohöl und Erdgas, die typischerweise mit Schiffen transportiert werden. Diese Rohstoffe stehen am Beginn zahlreicher industrieller Produktionsketten, weshalb ganz unterschiedliche Industrieunternehmen betroffen seien. Der volkswirtschaftliche Schaden des historischen Niedrigwassers von 2018 werde auf 2,4 Milliarden Euro beziffert.