Waldbrände in Südeuropa: Die Klimakrise ist ein Brandbeschleuniger

Waldbrände in Südeuropa: Die Klimakrise ist ein Brandbeschleuniger
Südeuropa kämpft mit verheerenden Waldbränden. Eine Analyse zeigt: Zu den Bränden in Frankreich und Spanien trägt der Klimawandel bei. Und auch in Deutschland steigt das Risiko, warnt ein Meteorologe.
31.07.2026
epd
Von Moritz Elliesen (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Der Klimawandel begünstigt die Waldbrände in Teilen Südeuropas laut einer Analyse maßgeblich. In Frankreich sei das Auftreten der Wetterbedingungen, die die Brände mit angefacht haben, durch die Erderwärmung doppelt so wahrscheinlich geworden, teilte die Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ (WWA) am Freitag mit. In Spanien habe sich die Wahrscheinlichkeit für das „extreme Feuerwetter“ sogar mindestens um das 20-Fache erhöht.

Auch in Deutschland nimmt das Waldbrandrisiko laut Fachleuten zu. Zwar gebe es für einzelne Jahre Abweichungen. „Aber der langfristige Trend lässt sich eindeutig auf den Klimawandel zurückführen“, sagte der Meteorologe Andreas Brömser vom Deutschen Wetterdienst dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Hitze und trockene Landschaften

Die Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ bezieht sich bei ihrer Analyse auf die Brände im Südwesten Frankreichs sowie in Zentralspanien. Unter dem heutigen Klima rechnen die Fachleute damit, dass im Südwesten Frankreichs entsprechende Wetter-Ereignisse alle 20 Jahre auftreten. In Spanien sei das voraussichtlich alle sechs Jahre der Fall. Es handele sich bei den Annahmen zum Einfluss des Klimawandels auf die Wetterbedingungen um konservative Schätzungen, hieß es.

Das 2014 gegründete Netzwerk untersucht, wie der Klimawandel einzelne Extremwetterereignisse beeinflusst. Für die Analyse zu den Waldbränden wurde den Angaben zufolge das Brandwetterrisiko über einen Sieben-Tage-Zeitraum im Juli mit Werten aus früheren Jahren verglichen. Dabei wurden etwa Hitze, Trockenheit und Wind berücksichtigt.

„Die Mega-Brände machen deutlich, wie schnell klimabedingte Hitze und trockene Landschaften Waldbrände in verheerende nationale Katastrophen verwandeln können“, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell.

Mehr Tage mit hoher Brandgefahr in Deutschland

Laut dem Meteorologen Andreas Brömser ist auch in Deutschland die Anzahl der Tage mit einer mindestens hohen Waldbrandgefahr im Durchschnitt in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. So habe es zwischen 1961 und 1990 im Schnitt neun Tage mit einer entsprechend hohen Warnstufe gegeben. In dem Zeitraum 1991 bis 2020 seien es durchschnittlich 14 Tage gewesen, sagte der Experte vom Deutschen Wetterdienst.

Der Agrarmeteorologe verwies auf die höhere Verdunstung infolge steigender Temperaturen. „Schon bei einem Grad Celsius mehr nimmt die Verdunstung um sieben Prozent zu“, sagte Brömser. Es müsste dann eigentlich mehr regnen, um die Trockenheit auszugleichen. „Das ist aber nicht der Fall.“ Dadurch werde es trockener und die Brandgefahr nehme zu. Laut dem Deutschen Wetterdienst ist die durchschnittliche Jahres-Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2025 um 2,5 Grad Celsius gestiegen.

Um dem steigenden Waldbrandrisiko zu begegnen, mahnte Brömser unter anderem mehr Aufklärung über die Brandursachen an. „In mehr als 90 Prozent der Fälle sind Menschen für einen Waldbrand verantwortlich“, sagte er: „Da reicht schon die achtlos weggeworfene Kippe aus dem Autofenster.“

Bundesrepublik hilft bei Löscharbeiten

Bei den Löscharbeiten in Spanien und Frankreich unterstützt auch Deutschland. Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte, wurden am Donnerstag 56 Spezialkräfte und 21 Fahrzeuge für einen zunächst zehntägigen Einsatz nach Spanien entsandt. In Frankreich seien seit Dienstag 40 Soldatinnen und Soldaten, zwei Löschhubschrauber und ein begleitendes Transportflugzeug der Bundesrepublik im Einsatz, um zunächst bis zum Wochenende zu helfen. Die internationale Hilfe wird über den EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM) koordiniert.