Berlin, Caracas (epd). Chile und Venezuela nehmen ihre diplomatischen Beziehungen zueinander wieder auf. In einem ersten Schritt würden beide Länder ihre Konsulate im jeweils anderen Land öffnen, teilte der venezolanische Außenminister Félix Plasencia am Donnerstag (Ortszeit) auf der Internetplattform X mit.
Der chilenische Präsident José Antonio Kast sagte laut dem Radiosender Bio Bio, „heute beginnt eine neue Etappe, in der wir gemeinsam die Herausforderungen im Bereich der Sicherheit, Migration und wirtschaftlicher Entwicklung angehen können“.
Wahl nicht anerkannt
Die beiden südamerikanischen Länder hatten im Januar 2025 alle diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Die ehemalige chilenische Regierung unter dem linken Präsidenten Gabriel Boric hatte den Wahlsieg von Nicolás Maduro, der damals autoritär in Venezuela regierte, nicht anerkannt. Zudem warf die chilenische Staatsanwaltschaft dem venezolanischen Innenminister Diosdado Cabello vor, einen Mord an einem oppositionellen Militärangehörigen in Auftrag gegeben zu haben, der sich damals in Chile aufhielt.
In Chile leben laut offiziellen Angaben knapp 730.000 Staatsangehörige aus Venezuela. Sie ist mit Abstand die größte Diaspora-Gemeinschaft in Chile. Die Schließung des Konsulats in Chile bereitete große Schwierigkeiten für den Zugang zu offiziellen Dokumenten. Auch geplante Abschiebungen durch die frühere Regierung von Boric und nun von Kast waren bislang nicht möglich.
Maduro entführt
Nachdem die USA im Januar 2026 Maduro mitsamt seiner Ehefrau Cilia Flores entführt hatten, regiert in Venezuela die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Sie ist an einer Normalisierung der Beziehung zu den lateinamerikanischen Ländern interessiert. Cabello ist weiterhin im Amt als Innenminister.



