Ausbildungsvergütungen in Tarifbranchen liegen meist über 1.000 Euro

Ausbildungsvergütungen in Tarifbranchen liegen meist über 1.000 Euro
In Ausbildungsberufen, in denen nach Tarif bezahlt wird, liegen die Einstiegsvergütungen meist über 1.000 Euro im Monat. Die höchsten Vergütungen gibt es laut einer Studie in Pflegeberufen, im Versicherungsgewerbe und im privaten Bankgewerbe.

Düsseldorf (epd). Im Ausbildungsjahr 2025/26 sind die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen. Mittlerweile gebe es nur noch sehr wenige Branchen, in denen Auszubildende im ersten Jahr laut Tarifvertrag weniger als 1.000 Euro im Monat erhalten, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf am Freitag mit. Untersucht wurden 20 Tarifbranchen.

Lediglich in drei Tarifbranchen würden im ersten Ausbildungsjahr noch Vergütungen unterhalb von 1.000 Euro gezahlt, hieß es. Diese sind die Landwirtschaft, Bezirk Nordrhein (890 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (930 Euro), die Floristik in Westdeutschland (900 Euro) und das Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen (785 Euro). Die höchsten monatlichen Ausbildungsvergütungen mit Beträgen oberhalb von 1.200 Euro gibt es im ersten Ausbildungsjahr unter anderem in den Pflegeberufen im Tarifbereich des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Gemeinden mit bundeseinheitlich 1.491 Euro und bei den Ländern mit 1.441 Euro, dem Versicherungsgewerbe (1.455 Euro) sowie dem privaten Bankgewerbe (1.400 Euro).

Unterschiedliche Vergütungen zwischen West- und Ostdeutschland

In neun Tarifbranchen bestünden weiterhin Unterschiede im Niveau der Ausbildungsvergütungen zwischen den west- und den ostdeutschen Tarifgebieten, hieß es. Den größten Unterschied gibt es mit einer monatlichen Differenz von 140 Euro in der Textilindustrie, 130 Euro sind es im Kfz-Gewerbe und 105 Euro im Gastgewerbe.

Schwierig bleibe die Situation für die etwa 45 Prozent der Auszubildenden, die ihre Ausbildung in Betrieben ohne Tarifvertrag absolvieren, hieß es. „Ohne Tarifvertrag erhalten Auszubildende oft deutlich niedrigere Vergütungen und müssen mitunter sogar mit der völlig unzureichenden Mindestausbildungsvergütung von derzeit 724 Euro im Monat auskommen“, sagte der Autor der Studie, Thorsten Schulten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordere deshalb, dass die Mindestausbildungsvergütung mindestens auf 80 Prozent der durchschnittlichen tarifvertraglichen Vergütungen angehoben wird. Das wären im ersten Ausbildungsjahr 894 Euro im Monat.