NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur gegen Vertiefung des Rheins

NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur gegen Vertiefung des Rheins
Eine Vertiefung der Fahrrinne auf der Gesamtstrecke des Rheins ist aus Sicht der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Neubaur nicht die richtige Reaktion auf wiederkehrend niedrige Pegelstände.

Düsseldorf (epd). Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) weist Forderungen nach einer Vertiefung des Rheins zurück. Angesichts des derzeitigen Niedrigwassers sagte die Grünen-Politikerin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag): „Wir müssen als Gesellschaft alles daran setzen, den Klimawandel zu bremsen.“ Zugleich müsse sich jede und jeder leider auf die Folgen des Klimawandels einstellen. „Wir unterstützen deshalb Forschungsbestrebungen für moderne Schiffe, die bei geringerer Fahrrinne mehr transportieren könnten“, sagte Neubaur.

Eine Vertiefung der Fahrrinne auf der Gesamtstrecke des Rheins sei nicht die Lösung. „Sollte an einzelnen Stellen ein solcher Eingriff die Lage erheblich verbessern, muss das im Einzelfall sehr sorgfältig abgewogen werden“, sagte die Wirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen.

Pegel sinkt in Richtung eines historischen Tiefstandes

Die lang anhaltende Dürre hat den Wasserstand des Rheins deutlich sinken lassen. Der für die Binnenschifffahrt wichtige Pegel in Kaub im Mittelrheintal könnte amtlichen Prognosen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zufolge am Donnerstag und Freitag unter den tiefsten je gemessenen Wert aus dem Jahr 2018 fallen, als der Pegel 25 Zentimeter betrug. Am Mittwoch lag er nur noch bei 29 Zentimetern, was einer Wassertiefe in der Fahrrinne von 1,43 Meter entspricht.

Wirtschaftsverbände pochen auf einen Ausbau der Fahrrinne insbesondere im Mittelrhein. Die Politik will das umsetzen, wobei die aktuellen Pläne nicht vorsehen, den Fluss überall tiefer auszubaggern. Stattdessen sollen gezielt Felsen im Rhein geschliffen und Sandbänke entfernt werden, die die Binnenschiffer behindern. Umweltschützer halten diese Pläne allerdings für schädlich.