Studie: Rund ein Viertel der Beschäftigten nutzt Homeoffice

Studie: Rund ein Viertel der Beschäftigten nutzt Homeoffice
Deutliche Unterschiede zwischen den Branchen
Auch nach dem Ende der Corona-Pandemie dauert das Arbeiten im Homeoffice bei vielen Beschäftigten in Deutschland an. Dabei haben sich laut einer Studie der Böckler-Stiftung vor allem sogenannte Hybridmodelle etabliert.

Düsseldorf (epd). Das Arbeiten im Homeoffice hat sich im Zuge der Corona-Pandemie im Berufsalltag etabliert und ist laut einer Studie nicht mehr umzukehren. Der Anteil derjenigen, die ausschließlich im Betrieb arbeiten, war von 83 Prozent im Januar 2020 auf 53 Prozent im April 2020 eingebrochen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf ergab. Mittlerweile sei davon auszugehen, dass rund ein Viertel der Beschäftigten etwa zwei bis drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeite.

Hybride Modelle, bei denen sich Homeoffice und Arbeit im Betrieb abwechseln, entsprechen den Angaben zufolge am ehesten den Bedürfnissen der meisten Beschäftigten. Sie seien zu rund zwei Dritteln mit den bestehenden Regelungen zufrieden oder wollten allenfalls ein wenig öfter zu Hause arbeiten. Wenn allerdings die Homeoffice-Realität stark von den eigenen Bedürfnissen abweicht, träten häufig Stress und gesundheitliche Probleme auf.

Deutliche Unterschiede zwischen den Branchen

Der WSI-Forscher Helge Emmer hat für die Studie die Daten des WSI-Erwerbspersonenpanels ausgewertet, für das seit dem Frühjahr 2020 zunächst knapp 7.700, zuletzt rund 6.200 Personen befragt wurden. Seinen Ergebnissen zufolge gibt es deutliche Unterschiede vor allem zwischen Beschäftigten mit und ohne Hochschulabschluss.

Bei Akademikern ist die Quote derjenigen, die ausschließlich oder zu maximal zehn Prozent im Betrieb arbeiten, mit 36,6 Prozent deutlich geringer als bei Beschäftigten mit klassischer Berufsausbildung (69 Prozent). Die Branchen Energieversorgung, Medien, Finanzen und öffentliche Verwaltung stechen durch einen hohen Anteil an Menschen hervor, die im Homeoffice arbeiten. In den Bereichen Bau, Erziehung, Gastgewerbe, Gesundheit, Handel, Verkehr und Logistik ist das Arbeiten in Betrieben hingegen deutlich öfter vertreten.

Arbeiten im Homeoffice hilft auch bei Suche nach Fachkräften

Dass die Homeoffice-Quoten sich nach Ende der Corona-Pandemie stabilisiert haben, sei eine gute Nachricht, betonte Emmler. „Denn mobile Arbeit hat sich nicht nur als probate Maßnahme des Infektionsschutzes, sondern als arbeitnehmerfreundliche Unterstützung der Work-Life-Balance und arbeitgeberseitiges Instrument zur Fachkräftesuche erwiesen.“ Er empfiehlt Unternehmen, den Wünschen der Beschäftigten entgegenzukommen, solange keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegensprechen.

Laut Bettina Kohlrausch, der wissenschaftlichen Direktorin des WSI, ist das Potenzial für Homeoffice aber noch nicht ausgeschöpft: „Gerade für Frauen, die im Durchschnitt immer noch den ganz überwiegenden Teil der Sorgearbeit erledigen, also etwa Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Arbeit im Haushalt, ermöglicht das Home-Office Flexibilität bei der Vereinbarkeit.“