Düsseldorf (epd). Mahnung von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zum Erdüberlastungstag. „Ab heute leben wir auf Pump“, sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt, mit lebensnotwendigen Grundlagen: mit frischem Wasser, erholsamer Natur, mit Ackerland und auch mit kostbaren Rohstoffen, die wir für unsere Wirtschaft brauchen.“ Mit all dem gehe die Menschheit zu fahrlässig um.
Der Erdüberlastungstag (englisch: Earth Overshoot Day) wird jährlich vom Global Footprint Network berechnet. Er fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli und markiert das Datum, an dem die Menschheit so viele natürliche Rohstoffe aufgebraucht hat, wie die Ökosysteme des Planeten im ganzen Jahr erneuern können. Besonders hoch ist der ökologische Fußabdruck von Industriestaaten. Deutschland hatte seinen Anteil an den natürlichen Ressourcen in diesem Jahr schon am 10. Mai verbraucht.
Schneider stellte das Engagement für den Klimaschutz als eine Reaktion auf diese Entwicklungen heraus. „Deshalb werden wir weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen. Und deshalb wollen wir zerstörte Natur, wo immer möglich, auch wiederherstellen“, sagte der Umweltminister.
Umwelthilfe: Überlastungstag ist „unüberhörbares Alarmsignal“
Auch die Kreislaufwirtschaft spiele eine entscheidende Rolle, um Ressourcen langfristig zu schonen, sagte Schneider: „Viele Unternehmen in Deutschland zeigen bereits, wie aus wiedergewonnenen Rohstoffen neue Produkte werden und wie Materialien mehrfach genutzt werden können.“
Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, der Erdüberlastungstag sei „ein unüberhörbares Alarmsignal“. Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sagte der „Rheinischen Post“: „Würden alle Menschen so ressourcenhungrig leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir zweieinhalb Erden.“ Um Ressourcen zu schonen, brauche Deutschland verbindliche Ziele zur Senkung des Rohstoffverbrauchs und eine echte Kreislaufwirtschaft, die Abfälle vermeidet.



