Missio fordert mehr Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch

Missio fordert mehr Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch
Mehr Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch in der Kirche fordert das Hilfswerk Missio Aachen. Ein Apostolisches Schreiben vom Mai 2019 lasse zu dem Thema noch eine "rechtliche Lücke".

Aachen (epd). Das katholische Hilfswerk Missio Aachen setzt sich dafür ein, den Schutz von Ordensfrauen vor Missbrauch in der Kirche durch klare kirchenrechtliche Vorgaben und Richtlinien zu stärken. Gesonderte Melde- und Verfahrenspflichten bei Missbrauch dürften sich nicht allein auf Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene fokussieren, wie es in einem Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus vom Mai 2019 bislang der Fall sei, erklärte der Präsident von Missio Aachen, Pfarrer Dirk Bingener, am Dienstag. Er empfiehlt, verbindliche Standards ausdrücklich auch für den Bereich des geweihten Lebens zu entwickeln.

„Kirchliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden in vielen Teilen der Weltkirche in besonderer Weise Ordensfrauen“, erläuterte Bingener. Wer ausschließlich in den Kategorien Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene denke, übersehe die spezifische Situation von Ordensfrauen. „Diese rechtliche Lücke muss im Sinne der Betroffenen geschlossen werden, damit diese Form des Missbrauchs verhindert und nicht weiter tabuisiert wird“, betonte er.

Hilfswerk bietet rechtliche Begleitung an

Missio Aachen setzt sich nach eigenen Angaben seit Jahren für die weltweite Vernetzung von Ordensfrauen im Kampf gegen Missbrauch ein. Das Hilfswerk unterstützt Schulungen, Schutzkonzepte, Meldestellen sowie psychosoziale und rechtliche Begleitung. Zudem qualifiziert es Ordensfrauen zu Fachkräften und Multiplikatorinnen im „Safeguarding“ für Afrika, Asien und Ozeanien.

Vom 9. bis 11. Dezember findet in Rom ein Kongress der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen statt. Im Mittelpunkt stehen dann die Prävention von Missbrauch an Ordensfrauen und erwachsenen Frauen sowie die Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen.