CSD in Berlin: Bischof Stäblein entsetzt über Gewalttat

CSD in Berlin: Bischof Stäblein entsetzt über Gewalttat
Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD zeigt sich Bischof Stäblein entsetzt: "Aus einem Tag voller Vielfalt und Liebe wurde eine Nacht voller Entsetzen." Ein Toter, 16 Verletzte - der Bischof betet für die Betroffenen und mahnt zum Zusammenhalt.

Berlin (epd). Der Berliner Bischof Christian Stäblein hat sein Entsetzen über die Gewalttat während des CSD in Berlin zum Ausdruck gebracht. „Aus einem Tag voller Vielfalt und Liebe wurde eine Nacht voller Entsetzen. Ein Mensch hat sein Leben verloren. Viele andere wurden verletzt“, erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Sonntag: „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Angehörigen des Todesopfers, bei den Verletzten, ihren Familien und bei allen, die vor Ort Angst, Schrecken und Gewalt miterleben mussten.“

Am späten Samstagabend wurden im Tiergarten in Berlin mehrere Personen von einem Pkw angefahren. Medienberichten zufolge wurde mindestens eine Frau dabei getötet und 16 weitere Menschen verletzt. Nach Angaben der Berliner Polizei gibt es nach derzeitigem Ermittlungsstand mindestens einen Tatverdächtigen.

Gebet für alle Betroffenen

Stäblein fügte hinzu, am Freitag im Gottesdienst vor dem Christopher Street Day in Berlin habe man noch erklärt: „Liebe braucht den Schutz der Gemeinschaft, queer leben und lieben braucht und bekommt den Schutz der Gemeinschaft.“ Das gelte jetzt erst recht. „Wir danken allen Einsatzkräften und beten für alle Betroffenen, Angehörigen und alle in Angst und Schrecken.“

Unter dem Motto „Haltung ist hot“ hatten beim 48. Christopher Street Day in Berlin am Samstag Hunderttausende für Menschenrechte und Vielfalt demonstriert. Dabei wurde unter anderem mehr Sicherheit für queere Menschen gefordert. Vor Beginn der Pride-Parade wurde an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die Veranstaltung wurde nach dem Vorfall abgebrochen.