Berlin feiert 48. Christopher Street Day

Berlin feiert 48. Christopher Street Day
"Haltung ist hot": Unter diesem Motto haben beim 48. Christopher Street Day in Berlin Hunderttausende für Menschenrechte und Vielfalt demonstriert. Vor Beginn der Pride-Parade wurde an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Berlin (epd). Hunderttausende haben beim 48. Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein Zeichen für gleiche Rechte und Toleranz gesetzt. Die CSD-Parade unter dem Motto „Haltung ist hot“ am Samstag stand diesmal auch im Zeichen der kommenden Wahl zum Abgeordnetenhaus, dem Berliner Landesparlament, am 20. September. An die künftige Landesregierung wurden sechs „politische Kernforderungen“ gerichtet. Dazu gehört unter anderem, die „World Pride“ 2032 nach Berlin zu holen.

Weitere Forderungen sind unter anderem mehr Sicherheit für queere Menschen, eine Stärkung von Vielfalt in der Bildung und der Ausbau queerer Gesundheitsangebote. Vor Beginn der Demonstration wurde am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen der NS-Opfer gedacht.

Kirchen-Truck hing an Brücke fest

Der Berliner CSD wurde diesmal an zwei Tagen gefeiert. Zum Auftakt gab es am Freitag unter anderem erstmals einen sogenannten „Drag-March“. Drags sind Männer, gekleidet als Drag-Queens, und Frauen als Drag-Kings, die das jeweils andere Geschlecht künstlerisch darstellen und parodieren. Daran schloss sich ein Demokratieabend an. In der Marienkirche am Alexanderplatz wurde ein multireligiöser Gottesdienst zum CSD gefeiert.

Bei der Pride-Parade mit insgesamt mehr als 80 Trucks war auch wieder die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dabei. Ihr Wagen war bei der Anfahrt zunächst an einer Hochbahnbrücke hängengeblieben und fuhr deshalb nach Angaben einer Kirchensprecherin statt als sechster Wagen als Truck Nummer 40 mit. Die Polizei sprach von insgesamt hunderttausenden Teilnehmenden, nannte jedoch keine genauere Zahl.