Berlin (epd). Der designierte neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat sich für weitergehende Reformen des Gesundheitssystems ausgesprochen. „Wir müssen einfach wissen: Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, aber eben nicht eines der besten“, sagte der bisherige CDU-Generalsekretär der „Bild“-Zeitung (Samstag/Online) in Berlin. Weder seien die Menschen in Deutschland im Durchschnitt gesünder als anderswo, „noch haben wir eine höhere Lebenserwartung“.
Bundeskanzler Friedrich Merz berief Linnemann zum Nachfolger von Nina Warken (beide CDU). Linnemann kündigte zudem an, in seinem neuen Amt die Zahl der Krankenkassen reduzieren zu wollen und die Beiträge zu stabilisieren: „Für die Reduzierung der Zahl der Krankenkassen setze ich mich ja seit Langem ein. Und dass die Sozialbeiträge stabilisiert, ja eigentlich sinken müssten, steht außer Frage. Aber es wird nicht einfach werden. Da mache ich mir nichts vor.“
Abbau im Laufe der Jahre
Laut dem GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland, hat sich die Anzahl der Krankenkassen im Laufe der Jahre ständig reduziert. Danach waren es 1970 noch 1.815 Krankenkassen, 1990 noch 1.147 und im Jahr 2000 noch 420. Heute gibt es danach 93 Kassen (Stand: 01. Januar 2026). Etwas mehr als zehn Prozent der Deutschen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zudem in der privaten Krankenversicherung (PKV) krankenversichert.



