Bonn, Busan (epd). Eine buddhistische Klosteranlage im Süden Thailands und eine buddhistische Stätte im indischen Sarnath zählen seit Samstag zum Unesco-Welterbe. Zu den Neuaufnahmen gehören auch Felsmoscheen und heilige Stätten im kasachischen Mangghystau, wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Das zuständige Komitee der UN-Organisation entschied am Samstag im südkoreanischen Busan, elf neue Stätten in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufzunehmen.
Die buddhistische Stätte von Sarnath gehört laut Unesco zu den wichtigsten Orten des Buddhismus. Hier soll Siddhartha Gautama nach seiner Erleuchtung seinen ersten Schülern gepredigt haben. Die erhaltenen archäologischen und baulichen Zeugnisse machten die lange religiöse Tradition des Ortes sichtbar.
Glaubensformen in Südostasien
Die Klosteranlage Wat Phra Mahathat Woramahawihan in Thailand sei ein bedeutendes buddhistisches Kloster im Süden Thailands, hieß es. Seit seiner Gründung im 8. Jahrhundert sei es ein religiöses Zentrum der Region. Die Architektur und Kunst der Klosteranlage zeugten vom intensiven Austausch zwischen verschiedenen Glaubensformen in Südostasien.
Aufgenommen als Unesco-Welterbe wurden zudem Grabkomplexe des Xiongnu-Adels in der Mongolei, das Dorf Sidi Bou Saïd in Tunesien sowie Medinas der historischen Sultanate der Komoren. Auch Stätten der handwerklichen Porzellanindustrie im chinesischen Jingdezhen gehören nun zum Welterbe.
Knochenfisch-Fossilien
Weitere Aufnahmen waren das Wildtierschutzgebiet Okefenokee in den USA, Knochenfisch-Fossilien des westlichen Limfjords in Dänemark, ein Meeresreservat in Jordanien sowie eine seltene Süßwasserlandschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Naturerbe Getbol, das Wattenmeer vor der Küste Südkoreas, wurde erweitert.
Das Unesco-Welterbekomitee tagt noch bis 29. Juli in Busan. Für die Unesco-Liste waren in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiert. Deutschland hat die auch als Papageiensiedlung bezeichnete Waldsiedlung Zehlendorf vorgeschlagen. Derzeit vereint die Unesco-Liste 1.250 Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.



