Mehr als 1.000 Ebola-Tote im Kongo

Mehr als 1.000 Ebola-Tote im Kongo
Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo breitet sich weiter aus. Konflikte und fehlende Impfstoffe erschweren die Eindämmung.

Frankfurt, Kinshasa (epd). Mehr als 1.000 Menschen sind seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo nachweislich an der Infektionskrankheit gestorben. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit der Demokratischen Republik Kongo hervor. Demnach wurden bislang 1.033 Ebola-Tote erfasst.

Die Zahl der bestätigten Infektionen bezifferte das Institut auf 2.533. Den Angaben zufolge sind 506 Menschen nach einer Ebola-Erkrankung wieder genesen. Zuletzt verbreitete sich das Virus schneller, besonders Gesundheitspersonal ist von Ansteckung betroffen, weil es vielerorts an Schutzausrüstung fehlt. Die Ministerpräsidentin Judith Suminwa besuchte am Donnerstag die betroffenen Regionen.

Keine Impfung

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo war Mitte Mai entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief kurz danach den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Gegen die für die Epidemie verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung. Seit Jahren anhaltende Konflikte in der Region erschweren die Eindämmung.

Der Leiter der Afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC Jean Kaseya warnte, der Ausbruch könnte „zu einem der schlimmsten Ebola-Ausbrüche werden, die die Welt je verzeichnet hat.“ Die mit Abstand meisten Infektionen wurden den Behörden zufolge in der Provinz Ituri erfasst. In Uganda gab es zu Beginn des Ausbruchs auch einige Fälle, zwei verliefen tödlich. Nach strenger Kontaktverfolgung wurde allerdings seit dem 21. Juni kein neuer Fall mehr registriert.

Übertragung über Körperflüssigkeiten

Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende, schwere Infektion. Das Virus wird vermutlich über den Kontakt mit infizierten Tieren wie Affen und Fledermäusen aufgenommen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Körperflüssigkeiten von Erkrankten - oder auch bei der Aufbahrung der Toten. Die frühen Symptome ähneln einem grippalen Infekt, im weiteren Verlauf kann es zu inneren und äußeren Blutungen, Krämpfen oder Atemnot kommen.