Berlin (epd). Die Präsidentin von „Brot für die Welt“, Dagmar Pruin, hält die Auswirkungen weltweiter Kürzungen bei der Entwicklungshilfe für katastrophal. Bezogen auf die deutschen Haushaltsplanungen für das nächste Jahr betonte Pruin am Donnerstag im „Morgenmagazin“ des ZDF, dass die geplanten Einsparungen im Etat des Entwicklungsministeriums den Bundeshaushalt nicht „retten“. Doch in der Folge „verlieren wir die Welt“. „Und das wird Menschenleben kosten“, fügte Pruin hinzu.
Seit 2023 ist der Haushalt des Entwicklungsministeriums jedes Jahr geschrumpft. Standen vor drei Jahren noch 12,16 Milliarden Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung, sind es im laufenden Jahr noch 10,05 Milliarden Euro. Für 2027 sind weitere Einsparungen von knapp 600 Millionen Euro auf dann 9,469 Milliarden Euro geplant.
Pruin: Zahl der Hungernden muss sinken
Pruin sagte: „645 Millionen Menschen auf dieser Erde hungern.“ Das müsse sich ändern. Dass die Zahl der Hungernden nach Angaben der Vereinten Nationen jüngst gesunken ist, sei keine Entwarnung. Jeder zwölfte Mensch auf der Welt habe 2025 Hunger gelitten.
Zudem sei die Lage unsicher, erläuterte Pruin angesichts der Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges. Über diese Meerenge erfolgten 20 bis 30 Prozent der Lieferungen für den weltweit benötigten Dünger.
Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ legt am Vormittag in Berlin seinen aktuellen Jahresbericht vor. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung der Einnahmen aus Spenden und öffentlichen Geldern sowie der Verwendung der Mittel im Jahr 2025.



